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Versteckte Kamera enthüllt Geheimnis um verschwundene Frau

Vor zweieinhalb Jahren verschwand eine junge Amerikanerin auf der Karibikinsel Aruba spurlos. Ein holländischer TV-Reporter behauptet nun, den Fall gelöst zu haben – mit versteckter Kamera.

Im Mai 2005 hatte die 18-jährige Natalee Holloway mit Klassenkameraden auf der niederländischen Karibikinsel Aruba ihren Schulabschluss gefeiert. Eines Abends verliess die junge Amerikanerin einen Nachtklub mit zwei einheimischen Jugendlichen und dem Niederländer Joran van der Sloot. Seither ist sie spurlos verschwunden. Die drei gerieten sofort ins Visier der Ermittler, doch man konnte ihnen nichts nachweisen.

Ende 2007 legten die Behörden den Fall offiziell zu den Akten. Jetzt wird er wieder aufgerollt. Denn der niederländische TV-Reporter Peter R. de Vries behauptet, er habe den Fall gelöst. Er hat sich als hartnäckiger Enthüllungsjournalist einen Namen gemacht. Im Zuge seiner Recherchen lernte er einen Arubaner kennen, der Joran van der Sloot kannte und mit ihm zusammenarbeiten wollte.

Gemeinsam lockten sie den 21-Jährigen in ein Auto, in dem versteckte Kameras installiert waren. Dort erzählte van der Sloot dem Einheimischen, dass Natalee Holloway an einem Strand plötzlich zusammengebrochen war und Schüttelanfälle gehabt habe – möglicherweise als Folge von Alkohol- und Drogenkonsum. «Es war schrecklich, wie in einem Film», sagte van der Sloot. Mit einem Freund, der nie von der Polizei befragt worden sei, habe er Natalee Holloway auf ein Boot gebracht und draussen auf hoher See über Bord geworfen, ohne zu wissen, ob sie tot oder noch am Leben war.

Keine Reue

Gewissensbisse hatte Joran van der Sloot anscheinend nicht. Er habe deswegen «keine Minute Schlaf verloren», sagte er gemäss dem Bericht von Peter de Vries, der am Sonntag ausgestrahlt wurde. Die Enthüllungen haben vor allem in den USA für Schlagzeilen gesorgt, TV-Sender berichteten ausführlich über den Fall. Der Verdächtige ist abgetaucht, meldete sich jedoch am letzten Freitag per Telefon am holländischen Fernsehen. Alles sei gelogen, behauptet van der Sloot, er habe nur gesagt, was der andere im Auto hören wollte.

Einige Tage zuvor hatte Joran van der Sloot in einer TV-Talkshow noch mit Peter de Vries über den Fall diskutiert. Bereits dort war er ausfällig geworden, nachdem ihn der Reporter wiederholt mit kritischen Fragen gelöchert hatte. Als die Sendung vorbei war, verlor er vollends die Beherrschung und schüttete de Vries ein Glas Rotwein ins Gesicht. Der oberste Ankläger von Aruba will die Untersuchung nun wieder aufnehmen.

(pbl)

Joran van der Sloot schüttet Peter de Vries Wein ins Gesicht:

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