Dark Side of the Moon: Versteckten Mondkratern auf der Spur
Aktualisiert

Dark Side of the MoonVersteckten Mondkratern auf der Spur

Australische Wissenschaftler haben mit Hilfe von Satellitendaten womöglich bis zu 280 zusätzliche Mondkrater identifiziert.

von
dhr
Ein computergeneriertes Bild zeigt die durch das neue Verfahren entdeckten Krater. (Bild: Curtin University)

Ein computergeneriertes Bild zeigt die durch das neue Verfahren entdeckten Krater. (Bild: Curtin University)

Forscher des Geowissenschaftlichen Forschungsinstituts der Curtin Universität in Westaustralien haben eine hochauflösende Karte des Mondes mit bis zu 280 neu entdeckten Mondkratern erstellt. Sie kombinierten dazu Satellitendaten über Schwerkraft und Geländebeschaffenheit des Erdtrabanten, wie es in einer Mitteilung der Universität heisst.

Die Wissenschaftler um Professor Will Featherstone hatten zuvor das selbe Verfahren angewandt, um eine hochauflösende Gravitationskarte der Erde zu erstellen. Neugierig geworden, nahmen sie sich als nächstes Forschungsobjekt den Mond vor. Mit den zuvor von Satelliten gesammelten Daten zu Schwerkraft und Topographie fanden sie am Computer zunächst zwei Mulden auf der erdabgewandten Seite des Mondes, die mit herkömmlichen Methoden nicht erkennbar waren. Ihre Computermodelle erlaubten es den Wissenschaftlern, Oberflächenstrukturen auszublenden, die die Krater verdeckten.

Neue Satellitendaten

Darauf dehnten sie ihre Untersuchungen auf die gesamte Mondoberfläche aus und entdeckten so insgesamt 280 Kandidaten für solche Mulden. Die Studie wird im Fachmagazin «Journal of Geophysical Research – Planets» publiziert.

Das Forscherteam will mit seiner Methode nun auch neue Gravitationsdaten auswerten, die von den beiden NASA-Satelliten der GRAIL-Mission gewonnen wurden. Die Mission endete am 17. Dezember 2012, als die NASA die Satelliten «Ebb» («Ebbe») und «Flow» («Flut») kontrolliert auf die Mondoberfläche abstürzen liess.

Das Verfahren helfe «bei der Erforschung des Mondes, seiner Geschichte und des Sonnensystems», sagte Featherstone. Denn entsprechende Datensätze seien auch für andere Planeten verfügbar, darunter Mars und Venus. (dhr/sda)

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