Bürgerliche Kritik: Verstehen Basler Grossräte zu schlecht Deutsch?
Aktualisiert

Bürgerliche KritikVerstehen Basler Grossräte zu schlecht Deutsch?

Mehrere Basler Grossräte haben laut ihren Kollegen Mühe mit der Sprache. Präsident und Ratsbüro wehren sich gegen diesen Vorwurf.

von
Anna Luethi
Bürgerliche Parlamentarier monieren, dass gewisse Grossräte sich mit der deutschen Sprache schwertun.

Bürgerliche Parlamentarier monieren, dass gewisse Grossräte sich mit der deutschen Sprache schwertun.

Bei einer hitzigen Debatte kann man im Parlament schon mal nur Bahnhof verstehen – laut bürgerlichen Grossräten seien daran auch die mangelnden Deutschkenntnisse gewisser Kollegen schuld. So sagte FDP-Präsident Daniel Stolz gestern in der «Basler Zeitung»: Es gebe Grossräte, die sich mit der deutschen Sprache schwertäten. «Wenn sie im Grossen Rat sprechen, sind sie nur schwer zu verstehen», so Stolz.

Vertreter von LDP und SVP pflichten ihm bei. Sieben türkisch-stämmige Politiker sitzen im Parlament, sechs von ihnen gehören SP und dem Grünen Bündnis (GB) an, die den bürgerlichen Vorwürfen widersprechen. Talha Ugur Camlibel vom GB sagt: «Solche Aussagen empfinde ich als ausländerfeindlich.»

Auch Grossratspräsident Conradin Cramer (LDP) stellt keine Sprachprobleme fest: «Das fiel mir nie speziell auf. Wie die Räte reden, spielt nicht so eine Rolle, so lange die parlamentarische Kommunikation funktioniert.» Thomas Dähler vom Ratsbüro sagt, der Parlamentsdienst habe noch nie Probleme bei den Wortprotokollen gehabt, weil man einen Rat nicht verstehe.

Integrationsbeauftragte Nicole von Jacobs hält die Kritik für nicht hilfreich: «In Graubünden etwa debattiert das Parlament in drei Sprachen – da sollten unterschiedlichen Formen von Deutsch für Basel kein Problem sein.»

Deine Meinung