Aktualisiert 06.10.2007 05:52

Verstehen Ratten Japanisch rückwärts?

Für jenseits der üblichen Wissenschaftsnorm liegende Erkenntnisse wie zur Wirkung von Viagra auf Hamster mit Jet-Lag haben mehrere Forscher Anti-Nobelpreise erhalten. Einer davon forschte an der Gewinnung von Vanille aus Kuhfladen.

Wie das Komitee des IgNobel-Preises der Harvard-Universität in den USA mitteilte, wurden zehn Forscher für ihre eher grotesken Untersuchungen belohnt.

Die ironische Auszeichnung ist in der Wissenschaftswelt geschätzt und begehrt: Sieben von zehn Preisträgern reisten auf eigene Kosten an und nahmen den Preis von sechs echten Nobel- Preisträgern entgegen.

Mit den schädlichen Nebenwirkungen des Säbelschluckens hatten sich gleich zwei Forscher befasst: der Brite Brian Witcome und der US-Wissenschaftler Dan Meyer. Beide erhielten den IgNobel-Preis für Medizin. «Ich verstehe die Auszeichnung überhaupt nicht als Beleidigung», sagte Witcome. «Humor gehört zur Forschung dazu.»

Verstehen Ratten Japanisch rückwärts?

Der IgNobel-Preis weise auch darauf hin, dass in den meisten Wissenschaftlern irgendwie ein Verrückter stecke, sagte die spanische Forscherin Nuria Sebastian-Galles. Sie ging mit ihrem Team der Frage nach, ob Ratten zwischen rückwärts gesprochenem Japanisch und rückwärts gesprochenem Niederländisch unterscheiden können.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden eine Studie zum Knitterverhalten von Bettlaken und eine «Volkszählung» der Milben, Insekten und Spinnen, die in den Betten der Menschen hausen. Der Argentinier Diego Golombek, erhielt eine Auszeichnung für seine Erkenntnis, dass das Potenzmittel Viagra als Heilmittel gegen einen Jet-Lag bei Hamstern hilft (20minuten.ch berichtete).

«Yum-a-Moto Vanilla Twist»

Eine ungewöhnliche Ehre wurde dem Preisträger in der Kategorie Chemie zuteil: Für den Japaner Mayu Yamamoto, der herausfand, wie sich Vanille aus Kuhfladen gewinnen lässt, entwarf ein örtliches Eisgeschäft eine neue Geschmacksrichtung «Yum-a-Moto Vanilla Twist».

Das englische «ignoble» bedeutet «schändlich», «unehrenhaft» oder «unwürdig». Ausschlaggebend für den Juryentscheid ist nach Angaben von Preisgründer Marc Abrahams, dass die Arbeiten «zunächst Menschen zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen».

Die Preisträger werden jährlich von dem wissenschaftlichen Satire-Magazin «Annals of Improbable Research» (Jahrbücher der unwahrscheinlichen Forschung) gekürt. (sda)

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