Josh Neuman (22) - Verstorbener Influencer war auch auf Schweizer Strassen unterwegs
Publiziert

Josh Neuman (22)Verstorbener Influencer war auch auf Schweizer Strassen unterwegs

Millionen verfolgten die waghalsigen Longboard-Abfahrten des Amerikaners im Netz. Darin war auch die Schweizer Alpenkulisse zu sehen. Mit 112 km/h bretterte er 2019 eine Bergstrasse im Kanton Nidwalden hinunter – sehr zum Ärger der Behörden.

von
Patrick McEvily

2019 raste Josh Neuman (22) mit 112 km/h die sieben Kilometer lange Strecke von Rickenbach nach Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden hinunter. 

20Min

Darum gehts

Der amerikanische Reise-Influencer Josh Neuman verstarb am Sonntag bei einem Flugzeugabsturz in Island. Am Mittwoch war noch keine Unfallursache bekannt, gemäss unbestätigten Berichten könnte der Pilot aber ein waghalsiges Manöver geflogen sein, mit dem Ziel, besonders spektakuläre Filmaufnahmen einzufangen.

Der 22-jährige Neuman stammte ursprünglich aus dem US-Bundesstaat North Carolina, lebte zuletzt aber in Los Angeles. Gemäss amerikanischen Medienberichten begann er schon mit zwölf Jahren seine ersten Skateboarding-Videos im Netz zu publizieren. 1,2 Millionen Menschen verfolgten seinen Youtube-Kanal, auf dem er seine waghalsigen Longboard-Abfahrten rund um den Globus (im Sommer 2021 veröffentlichte er bereits ein Video aus Island) mit der Welt teilte.

Nidwalder Polizei wollte Skateboarder für spektakuläre Abfahrt büssen

Neumans bekanntestes Videos mit dem Titel «Raw Run: Race Against the Storm» hat bis heute 106 Millionen Aufrufe angehäuft. Während seiner Karriere konnte der Extremsportler stets auf die Unterstützung seiner Familie zählen. Im Interview mit 20 Minuten erklärte er 2019: «Meine Eltern haben mich immer unterstützt. Dennoch werden sie nervös, wenn sie meine Videos schauen.»

Im selben Jahr war Neuman die sieben Kilometer lange Strecke von Oberrickenbach (894 m.ü.M.) nach Wolfenschiessen (510 m.ü.M:) im Kanton Nidwalden hinabgerast. Bis zu 112 Kilometer pro Stunde erreichte er und stellte damit einen persönlichen Rekord auf. Gegenüber 20 Minuten feierte Neuman damals seinen Exploit: «Es war eine unglaubliche Fahrt!» Weniger Freude hatte die Polizei. «Solche Aktionen auf öffentlichen Strassen erachten wir als sehr gefährlich», erklärte ein Sprecher der Kantonspolizei Nidwalden gegenüber 20 Minuten. Eigentlich drohe in diesen Fällen eine Busse, einzig weil Neuman nicht in der Schweiz wohnhaft gewesen sei, sei er diese umgangen.

My 20 Minuten

Deine Meinung