Tierversuche: Versuche an Affen werden jetzt zu Politikum

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TierversucheVersuche an Affen werden jetzt zu Politikum

Die Versuche mit Affen an der Uni Freiburg sorgen seit langem für heftige Proteste bei Tierschützern. Jetzt nimmt sich die Kantonsregierung der Sache an.

von
big

«Der sinnlosen Affenquälerei muss endlich ein Ende gesetzt werden», sagt Andreas Item, Geschäftsführer der Tierschutzorganisation Albatros. Mit dieser Forderung überreichten die Tierversuchsgegner dem Freiburgischen Grossen Rat letztes Jahr eine Petition - und stiessen auf offene Ohren.

Klarheit gefordert

Die zuständige Kommission verlangt nun von der Kantonsregierung, Transparenz in die Laborarbeiten des Forschers Prof. Eric Rouiller zu bringen. «Wir möchten wissen, wie es möglich ist, Tierversuche in die Philosophie einer Universität zu integrieren», so Dominique Butty, Präsident der Petitionskommission. Ein Jahr lang hat die Regierung nun Zeit, die Versuche unter die Lupe zu nehmen.

Versuche unnötig?

Für Tierschützer Item ist klar: «Es gibt keinen Grund, Tieren Leid zuzufügen.» Die Versuche, die an der Uni mit Affen durchgeführt werden, seien bereits erfolgreich mit Menschen getestet worden.

In Freiburg werden Makaken Finger gelähmt, um Erkenntnisse für die Paraplegieforschung zu gewinnen. Damit die Veränderungen im Hirn untersucht werden können, müssen die Tiere getötet werden. Die Uni steht jedoch geschlossen hinter den Affenversuchen: «Wenn der Nutzen für die Menschen überwiegt, dann sind sie gerechtfertigt», so Generalsekretär Daniel Schönmann.

Weitere Kritikpunkte

Den Tierschützern stossen aber nicht nur die Versuche an sich sauer auf: Sie werfen Rouiller vor, dass er gleichzeitig in der Ethikkommission sowie in der Kommission des Schweizerischen Nationalfonds sitze. Damit könne er sich seine eigenen Projekte bewilligen und sich selbst Forschungsgelder zusprechen. "Dadurch ist keine Unabhängigkeit gewahrt", kritisiert Item. Die Uni beteuert, Rouiller hätte keinen Einfluss auf die Bewilligungen, da er bei eigenen Gesuchen nicht mitentscheiden dürfe.

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