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Prozess unterbrochenVerteidiger hält Tugce-Richter für befangen

Paukenschlag zum Auftakt des siebten Verhandlungstages gegen Sanel M.: Rechtsanwalt Stephan Kuhn stellte einen Befangenheitsantrag.

von
dpa
Sanel M. versteckt sein Gesicht hinter einem Kuvert. Neben ihm steht sein Anwalt Stephan Kuhn.

Sanel M. versteckt sein Gesicht hinter einem Kuvert. Neben ihm steht sein Anwalt Stephan Kuhn.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod der Studentin Tugce hat die Verteidigung einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter gestellt. Richter Jens Aßling habe die Ereignisse, die in dem Tat-Video vom Parkplatz in Offenbach zu sehen sind, in einem Schreiben verzerrt dargestellt, begründete Anwalt Stephan Kuhn am Freitag vor dem Landgericht Darmstadt sein Vorgehen.

Das Video zeige nach den Worten Aßlings, dass der Angeklagte Sanel M. unmittelbar vor dem tödlichen Schlag auf Tugce zugegangen und zurückgehalten worden sei. Das Video zeige, dass die 22-Jährige auf Sanel M. zugegangen sei, sagte dagegen Kuhn. Oberstaatsanwalt Alexander Homm konnte den Antrag nicht nachvollziehen und sprach von einem unvoreingenommenen Verfahren. Über den Befangenheitsantrag entscheidet eine andere Kammer des Landgerichts.

Vernehmungen gehen weiter

Mit der Vernehmung von Polizisten ging der Prozess gegen Sanel M. unterdessen weiter. Die Kammer hatte am siebten von zehn geplanten Verhandlungstagen insgesamt 18 Beamte geladen, aber nicht alle konnten erscheinen. Unter ihnen sind die Polizisten, die den Angeklagten festgenommen haben, am Tatort waren und Vernehmungen protokollierten.

Sanel M. steht wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht. Dem 18-Jährigen wird vorgeworfen, Tugce im November 2014 auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Offenbach so heftig ins Gesicht geschlagen zu haben, dass sie stürzte, mit dem Kopf hart aufschlug und später starb.

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