NS-Prozess: Verteidiger sieht Demjanjuk als Opfer
Aktualisiert

NS-ProzessVerteidiger sieht Demjanjuk als Opfer

Am ersten Verhandlungstag im neuen Jahr hat der Verteidiger des mutmasslichen NS-Kriegsverbrechers John Demjanjuk eine Aussetzung des Verfahrens gegen den 89-Jährigen auf unbestimmte Zeit gefordert.

Der Rechtsanwalt begründete dies am Dienstag damit, dass von der Staatsanwaltschaft eingesehene Akten aus den USA, Israel, Polen und mehreren anderen Ländern der Verteidigung bisher nicht zugänglich seien.

Ausserdem forderte der Anwalt, die Nebenkläger vom Prozess auszuschliessen, da Demjanjuk nicht Täter, sondern Opfer sei. Das Landsgericht in München liess die Anträge vorerst unbeantwortet und setzte die Beweisaufnahme mit einem Gutachter fort.

Demjanjuk selbst äusserte sich weiter nicht zu den Vorwürfen gegen sich. Als KZ-Wächter soll Demjanjuk 1943 im NS-Vernichtungslager Sobibor geholfen haben, Juden in die Gaskammern zu treiben. Er ist deshalb wegen Beihilfe zum Mord in 27 900 Fällen angeklagt.

(sda)

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