Aktualisiert 18.05.2005 15:02

Verteidigung will Freispruch für Ex-Botschafter

Falls eine Strafe ausgesprochen werden müsse, appellierte der Verteidiger an den Gerechtigkeitssinn des Gerichts und verlangte eine angemessene Strafe.

In seinem Plädoyer vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona wies Verteidiger Didier Bottge am Mittwoch sämtliche Vorwürfe zurück. Die Bundesanwaltschaft habe keinen einzigen Beweis beigebracht, dass es sich bei den von Friederich entgegengenommenen Geldern um Drogengelder gehandelt habe, sagte Bottge. Für den Vorwurf der Geldwäscherei gebe es keine Spur eines Beweises, sondern nichts als Zweifel. Deshalb müsse der frühere Schweizer Botschafter in Luxemburg wegen des Grundsatzes «Im Zweifel für den Angeklagten» freigesprochen werden.

Friederich wird vorgeworfen, von einer kolumbianisch-spanischen Drogenbande knapp 2,4 Millionen Franken entgegengenommen und diese Gelder auf verschiedene Banken transferiert zu haben. Die dafür kassierte Provision von 134.000 Franken soll er zur Rückzahlung von Schulden und Zinsen ausgegeben haben. Friederich, der die Entgegennahme des Geldes bei der Befragung nicht bestritten hatte, habe keine Kenntnis davon gehabt, dass es sich um eine Drogenbande und damit um eine kriminelle Organisation gehandelt habe, erklärte die Verteidigung.

Der stellvertretende Bundesanwalt Claude Nicati hatte am Dienstagnachmittag für den Angeklagten wegen Geldwäscherei, Unterstützung einer kriminellen Organisation Urkundenfälschung und Veruntreuung beziehungsweise gewerbsmässigen Betrugs sowie Gläubigerschädigung sechs Jahre Zuchthaus gefordert. Die mündliche Urteilseröffnung wurde auf den kommenden 6. Juni festgesetzt. (dapd)

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