Verteidigungskurse für Lehrerinnen
Aktualisiert

Verteidigungskurse für Lehrerinnen

Gezielte Schläge und Selbstbehauptung: Erstmals wird den Lehrerinnen ein Selbstverteidigungskurs angeboten, damit sie sich gegen Gewalt und Disziplinlosigkeit wehren können.

«Wir bieten den Lehrerinnen in der Schweiz im Juni und September einen zweitätigen Selbstverteidigungskurs an», sagte Urs Schildknecht, Zentralsekretär des Dachverbandes Schweizer Lehrer (LCH), zu einem «Facts»-Bericht. Damit sollen die Lehrerinnen lernen, besser für sich einzustehen und sich im Notfall verteidigen zu können. Es seien bereits Anmeldungen eingetroffen – das Bedürfnis sei gegeben.

Der LCH reagiert damit auf die zunehmende Gewaltbereitschaft und Disziplinlosigkeit in Schulen. «Bei einer prekären Situation ist es besser, wenn die Lehrerinnen wissen, wie man sich verteidigen und durchsetzen kann», so Schildknecht. Die Hauptprobleme an den Schulen seien die Benutzung des Handys während des Unterrichts, Gewalt unter Schülern sowie das Kiffen, Rauchen und der Alkoholkonsum.

Die Kurse werden von der Interessengemeinschaft Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen Pallas durchgeführt. «Bei uns lernt man Grenzen zu setzen, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung», so Leonia Clementi von Pallas. Dazu gehöre etwa ein Ernstfalltrainig mit gezielten Schlägen und Griffen.

Cornelia Stauffer

«Jugendgewalt hat nicht nur ethnische Ursachen»

Prävention von Jugendgewalt muss möglichst früh beginnen und darf sich nicht nur an ausländische Jugendliche richten: Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die die Eidgenössische Ausländerkommissin (EKA) in Auftrag gegeben hatte. «Die EKA ist überzeugt, dass Jugendgewalt gesellschaftliche und individuelle und nicht allein ethnische Ursachen hat», so EKA-Präsident Francis Matthey.

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