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KleingedrucktesVertrag abgeändert - Bank muss 550'000 bezahlen

In Russland muss eine Bank eine halbe Million Euro Vertragsstrafe zahlen - Der Kunde hatte das Kleingedruckte geändert und niemand bei der Bank hat es gemerkt.

von
pwe
Dimitri Aleksejew war mit dem Kleingedruckten seines Kreditkartenvertrags nicht einverstanden und änderte diese kurzerhand ab. Die Bank hat es nicht gemerkt und muss nun wahrscheinlich bezahlen.

Dimitri Aleksejew war mit dem Kleingedruckten seines Kreditkartenvertrags nicht einverstanden und änderte diese kurzerhand ab. Die Bank hat es nicht gemerkt und muss nun wahrscheinlich bezahlen.

Dimitri Aleksejew bestellte bei seiner Bank vor rund vier Jahren einen Kreditkartenvertrag, den er auch prompt geliefert erhielt. Im Gegensatz zu anderen Kunden las er dann aber nicht nur das Kleingedruckte, sondern änderte dieses auch gleich ab, wie in einer Nachricht der deutschen Zeitung Welt zu lesen war.

Aleksejew war unglücklich mit den Abhebungsgebühren und den Verzugszinsen uns setzte beide auf null Prozent und räumte sich auch sonst das Recht ein, sämtliche Gebühren nicht bezahlen zu müssen. Der umtriebige ehemalige Sicherheitsbeamte aus Woronesch dachte auch an Vertragsstrafen und setzte eine solche über umgerechnet 136'000 Euro für die einseitige Auflösung des Vertrags an. Eventuelle einseitige Vertragsänderungen standen mit 68'000 Euro zu Buche. Derartig modifiziert schickte er den Vertrag zurück an die Bank.

Bei dieser schien niemand das Kleingedruckte nochmals gelesen zu haben, denn der Vertrag wurde unterzeichnet und mit der Kreditkarte an Aleksejew geschickt.

550.000 Euro

Zwei Jahre lang nutzte dieser dann die Karte und die Bank hatte nichts zu beanstanden. Doch dann geriet Aleksejew mit den Zahlungen in Verzug und die Bank kündigte den Vertrag einseitig und verklagte ihren Kunden, um die summierten Schulden von 1000 Euro einzutreiben.

Vor Gericht erlebte die Bank dann aber ihr blaues Wunder: Die Richter befanden, dass Aleksejew nur die ursprünglich geschuldeten 430 zu bezahlen habe - ohne Gebühren. Der Vertrag sei gültig.

Das spielte nun dem ehemaligen Kunden in die Hände. Dieser erklärte, die Bank habe in acht Fällen die Vertragsbedingungen verletzt. Ergibt umgerechnet rund 550'000 Euro, welche die Bank ihrem ehemaligen Kunden schuldet. Diese verweist auf eine angebliche Verjährung. Im September wird der Zivilprozess weitergeführt.

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