Ticket-Zoff: Vertragsbruch: YB-Fans betreiben den FC St. Gallen
Aktualisiert

Ticket-ZoffVertragsbruch: YB-Fans betreiben den FC St. Gallen

YB-Fans haben den FCSG betrieben, weil ihnen der Zutritt zur Tribüne in der AFG Arena verwehrt wurde. Der FCSG bezieht Stellung.

von
tso
Securitas-Mitarbeiter kontrollieren Fussballfans an einem Eingang der AFG-Arena.

Securitas-Mitarbeiter kontrollieren Fussballfans an einem Eingang der AFG-Arena.

Etwa 200 Anhänger der Young Boys hatten keine Lust, sich am Eingang der AFG Arena peinlich genau filzen zu lassen. Sie buchten deshalb für das Spiel gegen den FCSG im September Tickets für die Tribüne statt für den ­Gästesektor. Beim Stadion angekommen wurde jedem, der Berner Dialekt sprach oder einen YB-Schal trug, der Zutritt verwehrt (20 Minuten berichtete).

Tumulte befürchtet

«Schlimmstenfalls wäre es zu Tumulten gekommen. Das wollten wir den anderen Besuchern auf der Tribüne nicht zumuten», sagt FCSG-Sprecher Daniel Last. Also habe der FCSG einen Kompromiss angeboten: «Die YB-Fans hatten die Möglichkeit, in den Gästesektor zu wechseln. Als Ausgleich offerierten wir Bratwurst und Bier», so Last. ­Einige der YB-Anhänger nahmen das Angebot an. Die anderen verzichteten auf das Spiel. Die Tribünentickets seien doppelt so teuer wie jene für den Gästesektor, sagten sie.

Betreibung eingeleitet

Laut der «Schweiz am Sonntag» haben nun 90 der YB-Fans den FCSG betrieben. Sie fordern ihre Reise- und Ticketkosten zurück. Last bestätigt die eingegangene Betreibung, will sich aber nicht weiter dazu äussern. Die Fussballfans indes be­kommen Rückendeckung: «Der FCSG hat in diesem Fall die Kaufverträge gebrochen», so die   Zürcher Fan-Anwältin Manuela Schiller, «die Fans haben das Recht auf volle Rücker­stattung der entstandenen Kosten.» Ein Bundesgerichtsurteil zum ­Hooligan-Konkordat könnte den betroffenen Fans ebenfalls helfen.

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