Aktualisiert 27.01.2011 17:53

KopfschussVertreter der Homorechte in Uganda ermordet

Die homophobe Stimmung in Uganda hat einen weiteren Höhepunkt erreicht. Der bekannte Kämpfer für Gleichberechtigung, David Kato, wurde in seinem Haus ermordet.

Gegen David Kato (links) wurde öffentlich gehetzt.

Gegen David Kato (links) wurde öffentlich gehetzt.

David Kato, einer der führenden Kämpfer für die Gleichberechtigung Homosexueller in Uganda, ist in seinem Haus ermordet worden. Die Polizei nahm am Donnerstag den Fahrer des 46-jährigen als mutmasslichen Täter fest.

Nach dem Hausdiener werde noch gefahndet, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Ermittler gingen von einem Raubmord aus, da bei dem Festgenommenen mehrere Gegenstände aus Katos Haus gefunden wurden. «Die Tatumstände zeigen keine Hinweise auf seine Rolle als Aktivist bei der Organisation 'Sexuelle Minderheiten Uganda'», betonte er.

Der Täter sei Mittwoch in das Haus von David Kato eingedrungen und habe den Juristen zweimal in den Kopf geschossen. Kato starb auf dem Weg ins Spital.

Katos Tod sei ein «schmerzlicher Verlust für die Gemeinschaft der Kämpfer für Menschenrechte», sagte Maria Burnett, eine Afrikaexpertin von Human Rights Watch. Die Menschenrechtsorganisation forderte die Polizei auf, den Fall gründlich und unvoreingenommen zu untersuchen.

Michelle Kagari, stellvertretende Afrikadirektorin von Amnesty International, sprach von einem «schockierenden Mord». Sie nannte das Schweigen der ugandischen Regierung zu schwulenfeindlicher und Hass verbreitender Rhetorik in der Öffentlichkeit des ostafrikanischen Landes Besorgnis erregend.

«Nun ist mehr denn je die Zeit, den Ugandern zu versichern, dass die Behörden sie vor Drohungen und Gewalt schützen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung.»

«Hängt sie auf»

Homosexuelle Beziehungen sind in Uganda, wie in den meisten afrikanischen Staaten, illegal. Wer offen schwul oder lesbisch ist, riskiert nicht nur Diskriminierung, sondern auch Gewalt.

Kato hatte erfolgreich Einspruch gegen einen international kritisierten Gesetzentwurf eingelegt, der unter anderem die Todesstrafe für sexuell aktive HIV-positive Homosexuelle vorsah.

Er klagte auch gegen das ugandische Boulevardblatt «Rolling Stone», das Ende vergangenen Jahres die Bilder bekennender oder angeblicher Homosexueller mit Namen und Adresse unter der Schlagzeile «Hängt sie auf» veröffentlicht hatte. Katos Bild war damals prominent auf der Titelseite abgedruckt worden. (sda)

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