Aktualisiert

Vertreter von Gazprom und Weissrussland verhandeln wieder

Der russische Energiekonzern Gazprom und Weissrussland haben am Samstag ihre am Vorabend ergebnislos beendeten Verhandlungen über den künftigen Gaspreis wieder aufgenommen.

Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow bezeichnete Fortschritte jedoch als unwahrscheinlich, bevor nicht der wichtigste Unterhändler aus Weissrussland, der Erste stellvertretende Ministerpräsident Wladimir Semaschko, in Moskau eintreffe. Es war allerdings unklar, ob Semaschko nach Russland reisen würde.

Bei den Verhandlungen am Vorabend beharrten beiden Seiten auf ihren Positionen, wie Teilnehmer in Moskau mitteilten. Gazprom-Sprecher Kuprijanow sagte, das Unternehmen sehe keinen überzeugenden Grund, um Weissrussland weiter entgegenzukommen. Der Konzern verlangt für die Vertragsverlängerung einen Preis von 105 Dollar (rund 126 Franken) pro 1000 Kubikmeter Erdgas. Dies ist mehr als doppelt so viel wie bisher. Ausserdem soll Weissrussland einen Anteil von 50 Prozent an seinem Pipeline-System an Gazprom abtreten. Falls kein neuer Vertrag zustande kommt, will Gazprom die Gaslieferungen an Weissrussland zum 1. Januar einstellen.

«Wir lassen uns nicht erpressen», sagte der weissrussische Präsident Alexander Lukaschenko am Freitag in Minsk. Dabei zog er einen Vergleich zum Widerstand weissrussischer Partisanen gegen die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die weissrussische Delegation bei den Gesprächen in Moskau wird vom stellvertretenden Energieminister Eduard Towponez geleitet.

Gazprom warnte am Freitag Weissrussland erneut davor, die Gasexporte nach Westeuropa zu stören. Die durch Weissrussland führende Pipeline Jamal-Europa sei ausschliesslich für Exporte nach Deutschland und andere Länder bestimmt und sei im alleinigen Besitz von Gazprom, sagte Kuprijanow. Ein Anzapfen dieser Pipeline wäre «nicht nur Diebstahl, sondern auch ein Einbruch». (dapd)

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