Verunsicherte Eltern zum Schulstart
Aktualisiert

Verunsicherte Eltern zum Schulstart

Am Montag beginnt in den Ostschweizer Kantonen wieder der Schulunterricht. Nach dem Fall Ylenia schauen diesem Tag viele Eltern mit unguten Gefühlen entgegen.

«Dass sich der Fall Ylenia so nahe und in einer dörflichen Struktur ereignet hat, geht unter die Haut und erschreckt», sagt Cornelia Konrad vom St. Galler Elternforum Gerhalden. Viele Ostschweizer Eltern sind im Hinblick auf den Schulanfang vom Montag verunsichert. Sie fragen sich, wie sie ihre Kinder am besten schützen können und ob es verantwortbar ist, sie alleine auf den Schulweg zu schicken.

«Ich kann die Ängste der Eltern gut verstehen», sagt Christoph Wick, Geschäftsleiter der Kinder- und Jugendhilfe St. Gallen. Solche Fälle seien für alle schwierig. «Sie machen deutlich, dass es solche Gefahren gibt. Gleichzeitig wird aber auch klar, dass sie nicht alltäglich sind.»

Die Kinder nun nur noch mit dem Auto zur Schule zu fahren, wäre laut verschiedenen Fachpersonen falsch. Stattdessen rät Wick Eltern, ihre Kinder über Gefahren aufzuklären und zu ermahnen, nie mit fremden Personen mitzugehen. Für den Schulweg empfiehlt Wick, Kindergruppen zu organisieren und diese allenfalls abwechselnd durch Eltern begleiten zu lassen. Eine gewisse Beruhigung brächten zudem klare zeitliche Regeln: etwa, dass das Kind 15 Minuten nach Schulschluss zu Hause sein soll, so Wick.

(feb)

Erziehungsdirektor: Keine besonderen Empfehlungen

In Appenzell beginnt am Montag wieder der Unterricht – auch für Ylenias Chindsgi-Gschpänli. Der Innerrhoder Erziehungsdirektor Carlo Schmid gab für den Schulstart keine speziellen Empfehlungen heraus. So tragisch der Fall Ylenia sei, die Gefahr für die Kinder habe sich deshalb nicht vergrössert. Laut Schmid wird das Thema Ylenia aber in einzelnen Klassen behandelt, auch Elternabende dazu seien geplant.

Deine Meinung