Gar nicht glatt: Verursacht Botulinumtoxin Falten?
Aktualisiert

Gar nicht glattVerursacht Botulinumtoxin Falten?

Produziert der Furchenkiller Botulinumtoxin in Wirklichkeit nur noch mehr Falten? Ein amerikanischer Arzt griff jetzt diese bereits seit Jahren herumgeisternde Theorie wissenschaftlich auf.

von
Runa Reinecke

Ein paar Pikser und nach wenigen Tagen sind die Lachfältchen weg, die Grübelfurchen sichtbar geglättet. Botulinumtoxin (Handelsname Botox) ist längst nicht mehr nur Hollywoodschönheiten vorbehalten.

Pro und Contra Botox

Doch der Faltenkiller gerät immer wieder in die Kritik: um die Chargen des in hohen Dosen tödlich wirkenden Giftes zu testen, müssen zahlreiche Mäuse sterben (20 Minuten Online berichtete). Ausserdem kann das muskellähmende Präparat bei unsachgemässer Anwendung zu einem maskenhaften Aussehen führen.

David Becker, Dermatologe und Assistenzprofessor am Weill Cornell Medical College in New York setzt jetzt sogar noch einen drauf. Im Fachmagazin «Journal of Cosmetic Dermatology» bestätigt er wissenschaflich einen wenig erfreulichen Nebeneffekt des Nervengifts, der bereits seit mehreren Jahren in der Fachwelt diskutiert wird: «Durch das Lähmen bestimmter Muskelgruppen könnten andere Muskelpartien dazu angeregt werden, die fehlende Kontraktionsfähigkeit zu übernehmen». Und das kann über der nicht durch Botox behandelten Gesichtsmuskulatur zu Faltenbildung führen.

Wichtig: Die korrekte Dosis

Die Experten sind sich dieses Effekts durchaus bewusst: «Der erfahrene Arzt kann hier Einfluss nehmen und die Botox-Injektionen an die Muskulatur adaptiert und individuell vornehmen, sprich mit einer angepassten Dosis arbeiten», erklärt Christian Köhler, plastischer Chirurg und leitender Arzt des Prevention-Centers in Zürich auf Anfrage von 20 Minuten Online.

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