Aktualisiert 16.05.2010 15:37

Geldstrafe bezahltVerurteilte «Spionin» fliegt nach Hause

Eine vor gut zehn Monaten in Teheran verhaftete Französin ist wieder auf freiem Fuss und hat den Iran verlassen.

Die 25-jährige Clotilde Reiss: Ihre Freiheit kam ihr teuer zu stehen.

Die 25-jährige Clotilde Reiss: Ihre Freiheit kam ihr teuer zu stehen.

Zehn Monate nach ihrer Verhaftung im Iran ist Clotilde Reiss unversehrt nach Frankreich zurückgekehrt. Die 24-Jährige traf am Sonntag mit einem französischen Regierungsflugzeug auf dem Militärflughafen Villacoublay bei Paris ein. Unmittelbar danach wurde sie von Staatspräsident Nicolas Sarkozy im Elyseé-Palast empfangen.

Ein iranisches Gericht hatte zuvor eine zehnjährige Haftstrafe gegen Reiss wegen Unruhestiftung und Spionage zu einer Geldstrafe in Höhe von drei Milliarden Rial (345 000 Franken) umgewandelt und damit den Weg für die Ausreise der jungen Frau frei gemacht. Ihr Anwalt sagte, die Strafe sei am Samstag bezahlt worden.

Reiss war im Juli vergangenen Jahres im Zusammenhang mit den Unruhen nach der umstrittenen Präsidentenwahl festgenommen worden. Sie hatte als Lektorin an der Universität Isfahan gearbeitet. Nach eineinhalb Monaten kam sie gegen Kaution aus dem Gefängnis frei, musste sich aber bis zum Ende ihres Prozesses in der französischen Botschaft aufhalten.

(dapd)

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