Frutigen-Fall: Verurteilter Robert S.* (57) starb an einem Herzinfarkt
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Frutigen-FallVerurteilter Robert S.* (57) starb an einem Herzinfarkt

Robert S.*, der zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, wurde kürzlich tot in seiner Zelle gefunden. Nun ist die Todesursache klar: S. erlitt einen Herzinfarkt.

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Am 15. Februar 2018 brannte das Bauernhaus an der Reichenmattestrasse in Frutigen lichterloh.

Am 15. Februar 2018 brannte das Bauernhaus an der Reichenmattestrasse in Frutigen lichterloh.

Screenshot Telebärn
Tags darauf wurde unter dem Brandschutt die Leiche der Hausbewohnerin S.D. gefunden.

Tags darauf wurde unter dem Brandschutt die Leiche der Hausbewohnerin S.D. gefunden.

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Der 57-jährige S.R. wird verdächtigt, seine Partnerin umgebracht und anschliessend die Spuren durch einen Brand vertuscht zu haben.

Der 57-jährige S.R. wird verdächtigt, seine Partnerin umgebracht und anschliessend die Spuren durch einen Brand vertuscht zu haben.

Privat

Darum gehts

  • Robert S., der mutmassliche Täter im Tötungsdelikt von Frutigen, starb an einem Herzinfarkt.

  • Das gab sein Verteidiger am Donnerstag auf Anfrage bekannt.

  • S. war im Oktober unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt worden.

Am Freitagmorgen letzter Woche wurde in einer Zelle im Regionalgefängnis Thun ein Insasse leblos aufgefunden. Wie gestern bekannt wurde, handelt es sich beim Verstorbenen um Robert S.*, den mutmasslichen Täter im Tötungsdelikt von Frutigen. Gemäss Communiqué der Polizei stand ein «medizinisches Problem» im Vordergrund.

Nun ist klar, woran S. gestorben ist: «Er hat einen Herzinfarkt erlitten», sagt sein Verteidiger auf Anfrage. Die Herzwand habe zudem einen Riss aufgewiesen und im Herzbeutel habe man Blut festgestellt. Dies habe ihm die Staatsanwaltschaft mündlich so mitgeteilt, so der Rechtsanwalt.

«Kämpferisch bis zuletzt»

Die in Zürich angesiedelte Kanzlei erfuhr am Freitagabend vom Tod ihres Mandanten. «Wir waren alle ziemlich benommen, im ganzen Büro wurde nicht mehr gearbeitet», so der Verteidiger. Über den Ausgang des Prozesses sei S. sehr niedergeschlagen gewesen, er habe psychische Probleme bekundet. Dennoch habe sich sein Tod alles andere als abgezeichnet. «Mein Mandant gab sich kämpferisch bis zuletzt», sagt der Verteidiger. So war man fest entschlossen, das erstinstanzliche Urteil ans Obergericht weiterzuziehen.

Der 57-jährige S. wurde in einem Indizienprozess im Oktober zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt worden. Nach Überzeugung des Regionalgerichts in Thun hatte er im Februar 2018 in Frutigen seine Freundin umgebracht und danach deren Haus angezündet. Schuldig gesprochen wurde der Mann wegen vorsätzlicher Tötung, Brandstiftung und Störung des Totenfriedens. Der Beschuldigte selbst beteuerte stets seine Unschuld.

*Name der Redaktion bekannt

(sul)

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