Verwahrung von Sex-Mörder aufgehoben

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Verwahrung von Sex-Mörder aufgehoben

Ein Gericht in Thun hat die Verwahrung eines Sexualstraftäters aufgehoben und durch eine stationäre therapeutische Massnahme ersetzt. Der Mann hatte 2004 mit einem Komplizen in Donauwörth D einen 15-Jährigen ermordet.

Nach Änderungen im Schweizerischen Strafrecht musste das Gericht die noch nach altem Recht ausgesprochene Verwahrung überprüfen. Insbesondere ging es um eine Beurteilung, ob nach neuem Recht die Voraussetzungen für eine sogenannte stationäre therapeutische Massnahme gegeben sind.

Auch bei einer stationären Massnahme in einer geschlossenen Anstalt sei klar, dass der Verurteilte noch jahrelang nicht freikomme, betonte der Gerichtspräsident. Im Rahmen einer Massnahme seien aber die Therapiemöglichkeiten besser als in der Verwahrung.

Eine begonnene Therapie zeige beim Verurteilten erfolgreiche Ansätze. Die Therapie müsse jedoch sehr langfristig angelegt werden. Der Verurteilte selber sagte, es sei ihm klar, dass er wohl jahrelang, wenn nicht gar lebenslänglich Therapie brauchen werde.

Nicht untherapierbar

Der Mann leidet unter einer psychischen Störung und perversem Sexualverhalten. Nach neuem Recht dürfe eine Verwahrung nur ausgesprochen werden, wenn der Täter als untherapierbar gelte. Das sei im vorliegenden Fall aber nicht so, begründete der Gerichtspräsident den Entscheid des Kreisgerichts.

Damit folgte das Gericht dem Verteidiger. Der Staatsanwalt hatte die Weiterführung der Verwahrung auch unter neuem Recht beantragt. Die Therapie sei erst vor vier Monaten begonnen worden, die Erfolgsaussichten daher noch zu unsicher, argumentierte er.

Der Gerichtspräsident betonte auch, dass dem Verurteilten bei Abbruch der Therapie wieder die Verwahrung drohe.

15-Jähriger missbraucht und getötet

Der 37-jährige Mann aus der Region Thun wurde 2006 vom Gericht zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt. Die Strafe wurde zugunsten einer Sicherheitsverwahrung aufgeschoben.

Der Mann hatte gestanden, im Sommer 2004 zusammen mit einem deutschen Komplizen im bayerischen Donauwörth einen 15-Jährigen missbraucht und mit 30 Bajonettstichen umgebracht zu haben.

Die beiden hatten ihr Opfer via Internet kennengelernt. Ein weiterer Jugendlicher entkam den Tätern knapp. Der deutsche Mittäter war bereits 2005 in seinem Heimatland zu lebenslanger Haft und Verwahrung verurteilt worden.

(sda)

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