Studie: Verwaltungs-Angestellte sind am unproduktivsten
Aktualisiert

StudieVerwaltungs-Angestellte sind am unproduktivsten

Laut einer aktuellen Studie verbringen wir 40 Prozent unserer Arbeitszeit mit unnötigen Dingen. Doch nicht in allen Berufen sind die Zustände gleich schlimm.

von
Yves Hollenstein
Der Eindruck täuscht: Einen Grossteil unserer Arbeitszeit verbringen wir mit unproduktiven Dingen.

Der Eindruck täuscht: Einen Grossteil unserer Arbeitszeit verbringen wir mit unproduktiven Dingen.

Warten auf die Anweisung vom Chef, der Drucker funktioniert schon wieder nicht oder man steckt im Stau: Ursachen, warum man seine eigentlichen Arbeiten nicht innert nützlicher Zeitfrist erledigen kann, gibt es zur Genüge.

Rund 40 Prozent unserer Arbeitszeit verbringen wir mit nicht-wertschöpfenden Aufgaben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Managementberatung Factor P. Diese analysierte 300 verschiedene Arbeitsprozesse auf unterschiedlichen Hierarchiestufen. Insgesamt wurden dabei 2400 Arbeitsstunden betrachtet.

Zu viel Zeit im Auto

Am unproduktivsten sind jene Angestellten, die administrativ tätig sind, also Jobs in der Verwaltung oder im Backoffice haben. Diese Berufsgattung nützt laut der Studie nur gerade die Hälfte ihrer Arbeitszeit produktiv. Die meiste Zeit wird in dieser Berufsgattung mit Informationsbeschaffung vergeudet.

Viel Arbeitszeit verloren geht auch bei den gewerblichen Berufen wie beispielsweise Schreiner oder Elektriker. Bei diesen schlagen Fahrten im Auto, etwa auf Baustellen, oder das Reparieren von Maschinen besonders zu Buche. Bei Büroangestellten geht hingegen «nur» ein Viertel der Arbeitszeit für Mehrarbeit drauf. In dieser Berufsgruppe sind vor allem nicht genau definierte Verantwortlichkeiten oder das Korrigieren von Fehlern die Hauptursache für Zeitvergeudung.

Doch auch die Chefs sind nicht immer produktiv. Nach der Studie verbringen sie nur gerade 13 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Führungsaufgaben. Den Rest stecken sie in Planung, Fehlerbehebung und das Reagieren auf ungeplante Vorkommnisse.

Agieren statt reagieren

Natürlich könne niemand nur produktiv arbeiten, sagen die Studienautoren. Allerdings bestünden für beinahe jedes Unternehmen Optimierungsmöglichkeiten. Dazu müssten aber Prozesse neu strukturiert und standardisiert werden. «Ziele erreicht man nicht, in dem man auf Vorgänge reagiert, sondern indem man proaktiv agiert», wird der Studienautor Alexander Maier in der «Wirtschaftswoche» zitiert.

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