Verwaltungsgericht verlangt öffentliche Ausschreibung für Hard-Hochhaus
Aktualisiert

Verwaltungsgericht verlangt öffentliche Ausschreibung für Hard-Hochhaus

Das Projekt für das Hochhaus beim Tramdepot Hard in Zürich West hätte vom Stadtrat öffentlich ausgeschrieben werden müssen.

Das kantonale Verwaltungsgericht heisst eine Beschwerde eines Architekturbüros gut.

Der Stadtrat hatte im November 2005 beschlossen, auf dem Areal des Tramdepots Hard beim Escher-Wyss-Platz eine Hochhaus-Überbauung mit 200 Wohnungen zu erstellen. Dazu wurde ein Projekt vom Zürcher Architekten Theo Hotz aufgegriffen, das 1992 sistiert wurde.

Zur Ausarbeitung der Projektstudie wurde wieder das Planungs-und Architekturbüro von Hotz beigezogen. Darauf gelangte ein anderes Zürcher Architekturbüro an das Verwaltungsgericht und beantragte, die laufende Planung zu stoppen und die Stadt zur Durchführung eines Submissionsverfahrens aufzufordern.

Neues Projekt oder Wiederaufnahme

Die entscheidende Frage in der Kontroverse war, ob es sich beim Hochhaus um ein neues Projekt oder um die Wiederaufnahme des alten Bauvorhabens handelte.

Das Verwaltungsgericht kam in einem Entscheid vom 13. September zum Schluss, dass es sich um neue Aufträge handelte. Der Stadtrat sei daher nicht berechtigt gewesen, «den Planungsauftrag freihändig an die Theo Hotz AG zu vergeben», heisst es in der Mitteilung vom Dienstag weiter. Der Beschluss werde daher aufgehoben.

Die Planung war bereits im März nach einer Verfügung des Verwaltungsgerichts gestoppt worden. Auch politisch soll geprüft werden, ob die Vergabe rechtens war. Das Stadtparlament hatte einen entsprechenden Vorstoss Ende Mai überwiesen.

Prime Tower in Zürich West kann gebaut werden

Grünes Licht für den Bau des Hochhauses Prime Tower in Zürich West: Die Bausektion des Stadtrates hat der Firma Swiss Prime Site die Baubewilligung erteilt. Läuft alles nach Wunsch, sollen die Bauarbeiten im ersten Quartal 2007 starten.

Bauherrin des 126 Meter hohen Glasturms ist die Immobilienfirma Swiss Prime Site (SPS). In erster Linie sind Nutzungen im Bereich Dienstleistungen vorgesehen. Es sollen bis zu 2000 Arbeitsplätze entstehen. Vorgesehen sind 255 Parkplätze.

Vorerst wartet man nun die 30-tägige Einsprachefrist ab, wie SPS- Sprecherin Nicole Stamm am Dienstag Meldungen im «Tages-Anzeiger» und im Winterthurer «Landboten» bestätigte. Stamm zweifelt nicht daran, dass Rekurse eingehen werden. Bei so grossen Projekten wäre alles andere unrealistisch.

Nicht nur die Stadt, auch der Kanton Zürich und - wegen der Höhe des Turms - das Bundesamt für Zivilluftfahrt haben das Vorhaben bewilligt. Vor der Realisierung müssen aber noch verschiedene Auflagen für die Ausgestaltung erfüllt werden.

Für die SPS ist der Prime Tower nicht das erste markante Turmprojekt. Sie errichtete bereits den Basler Messeturm mit einer Höhe von 105 Metern. Der Zürcher Turm sollte mit 126 Metern das höchste Gebäude der Schweiz werden.

Die Basler Chemiefirma Roche übertrumpft nun allerdings diese Pläne: Sie präsentierte vergangene Woche Pläne für ein Bürohochhaus von 160 Metern. (sda)

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