Aktualisiert 05.10.2004 12:53

Verwirrspiel um Geiseln geht in neue Runde

Der britische Aussenminister Jack Straw ist in die Kurdenregion in Nord-Irak gereist. Das Schicksal der britischen und französischen Geiseln ist weiterhin unklar.

Straw wolle die Städte Kirkuk und Erbil besuchen und mit Kurdenführern über den Wiederaufbau und die im Januar geplanten Wahlen sprechen. Dies teilte das Aussenministerium in London am Dienstag mit. Straw werde mehrere Tage in der Region bleiben. Im vergangenen Jahr war er zwei Mal nach Irak gereist.

Schicksal der Geiseln unklar

Das Schicksal der entführten westlichen Ausländer - der Brite Kenneth Bigley und zwei französische Journalisten - blieb unklar. Die kuwaitische Tageszeitung «Al-Rai al-Aam» berichtete, Bigley sei noch in der Gewalt der Terrororganisation des Jordaniers Abu Mussab el Sarkawi.

Eine Erklärung von Bigleys Bruder Paul vom Montag, dass die Gruppe ihre Geisel an eine andere Organisation übergeben habe, um seine Freilassung einzuleiten, sei falsch.

Dennoch stünde eine Freilassung bevor. Die Beteiligten hätten sich noch ganz nicht über Lösegeld und Übergabe geeinigt, schrieb die Zeitung.

Gaddafi schaltet sich ein

El Sarkawis Gruppe El Tawhid wa El Dschihad hatte Bigley und zwei Amerikaner am 16. September in Bagdad entführt. Die zwei amerikanischen Ingenieure wurden wenig später enthauptet.

In die Freilassungsbemühungen eingeschaltet hat sich nun auch Libyen. Der Sohn von Staatschef Muammar el Gaddafi, Saif Gaddafi, erklärte in Wien, seine Wohltätigkeitsorganisation nutze ihre Kontakte in Irak und habe Gespräche aufgenommen. «Der heutige Tag und morgen sind entscheidend», fügte er hinzu.

Raffarin: Kein Kontakt zu Entführern

Verschlechtert hat sich die Lage der Franzosen Christian Chesnot und Georges Malbrunot. Nach dem Scheitern eines privaten Vermittlungsversuchs ist der Gesprächsfaden zu den Geiselnehmern nach Angaben des französischen Regierungschefs Jean-Pierre Raffarin abgerissen.

Der «laufende Prozess» zur Befreiung sei «in den vergangenen Tagen unterbrochen» worden, sagte Raffarin am Dienstag in Paris. Er zeigte Parlamentsmitgliedern ein Video, das Chesnot und Malbrunot am 22. September zeigte.

Dies gab der Chef der UMP-Fraktion in der französischen Nationalversammlung, Bernard Accoyer, bekannt. Die beiden Reporter sowie ihr syrischer Fahrer Mohammed el Dschundi waren am 20. August entführt worden.

(sda)

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