Atomstreit: Verwirrung um China-Investment in Nordkorea

Aktualisiert

AtomstreitVerwirrung um China-Investment in Nordkorea

Mit einem milliardenschweren Infrastrukturprogramm will China Nordkorea laut einem Medienbericht zu neuen Verhandlungen im Atomstreit bewegen. Alles falsch, sagt der südkoreanische Geheimdienst.

Nordkorea hatte bereits in der vergangenen Woche Bereitschaft zu neuen Abrüstungsgesprächen signalisiert. Jetzt will die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap den gründ für den Sinneswandel gefunden haben. China plane Investitionen in nordkoreanische Bahnstrecken und Häfen, meldete die Agentur am Montag. Der südkoreanische Geheimdienst wies den Yonhap-Bericht als unwahr zurück.

Nordkoreanische und chinesische Diplomaten berieten in der vergangenen Woche in Peking über eine Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche, die seit April vergangenen Jahres unterbrochen sind. Neben den beiden koreanischen Staaten und China sind an diesen Verhandlungen auch Japan, die USA und Russland beteiligt. Ziel ist, das bitterarme Nordkorea dazu zu bewegen, für internationale Hilfe sein Atomprogramm einzustellen.

Dem Yonhap-Bericht zufolge verhandeln nun staatliche chinesische Banken mit multinationalen Konzernen über ein gemeinsames Investitionsprogramm im Umfang von zehn Milliarden Dollar (7,4 Milliarden Euro) für Nordkorea. Die chinesischen Banken wollten 60 Prozent der Kosten übernehmen, schrieb die südkoreanische Nachrichtenagentur unter Berufung auf informierte Kreise. Die Investitionen könnten dem Norden helfen, seinen chronischen Lebensmittelmangel zu überwinden, berichtete Yonhap. Ein Sprecher des nationalen Geheimdienstes in Seoul erklärte dagegen, man betrachte den Bericht als nicht zutreffend. (dapd)

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