Verwirrung um Mamis Feiertag
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Verwirrung um Mamis Feiertag

Der Muttertag fällt traditionellerweise immer auf den zweiten Sonntag im Mai. Mit einer Ausnahme: Wenn der zweite Maisonntag mit Pfingsten zusammenfällt, wird der Muttertag vorverlegt. Das ist in diesem Jahr so. Wann dürfen wir denn nun die Mütter feiern?

Muttertag - das bedeutet Blumen, Geschenke, Verwöhnprogramm fürs Mami. Doch der Muttertag ist keinesfalls ein Fixpunkt im Kalenderjahr. Unbestätigten Quellen zufolge gibt es die so genannte Pfingstregel, welche besagt, dass der Muttertag um eine Woche vor verschoben wird, wenn das Datum der beiden Feiertage kollidiert.

Floristen und Kalenderhersteller müssen sich einigen

Damit der Tag verschoben werden kann, braucht es freiwillige Übereinkünfte der Handels- und der Kalenderverlage. Sie müssten mit dem entsprechenden Eintrag dafür sorgen, dass die Bevölkerung überhaupt mitbekommt, ob der Muttertag verschoben wird. «Das war ein riesiges Durcheinander», erinnert sich Marcel Zierer, Korrektor für die Manuskripte der Calendaria, der grössten Herstellerin von Bildkalendern in der Schweiz. «Plötzlich war von dieser Pfingstregel die Rede, aber niemand wusste, woher sie kommt.»

Vor allem die Floristenverbände sorgten für Verwirrung. Der deutsche Floristenverband hat sich zunächst dafür ausgesprochen, den Muttertag auf den 4. Mai vorzuverschieben. «Im Frühling 2007 haben wir vom Schweizerischen Floristenverband die Meldung erhalten, dass man sich auf das erste Maiwochenende geeinigt habe», so Zierer, «dann schwenkten sie plötzlich auf den 11. Mai um.» Bei diesem Datum ist es nun auch geblieben: Laut Angaben vom Schweizerischen Floristenverband habe man sich gemeinsam mit Coop und Migros darauf geeinigt, den Muttertag auf den 11. Mai 2008 festzulegen.

Kein Eintrag im Kalender 2008

«Das war für uns natürlich eine dumme Situation, denn wir gehen mit unseren Kalendern sehr früh in die Produktion. Der Muttertag ist allerdings nur auf zwei, drei Kundenkalendern am falschen Tag eingetragen», erklärt Marcel Zierer. Der Schaden hält sich im Rahmen, weil die Calendaria schon früh eine clevere Entscheidung gefällt hat: «Weil es im Vorfeld bereits solche Unklarheiten rund um das Datum gab, haben wir uns glücklicherweise dazu entschlossen, den Muttertag 2008 in unseren Kalendern nicht zu vermerken. Ab 2009 ist der Muttertag dann wieder aufgeführt.»

In Deutschland hatten die Kalenderhersteller weniger Glück. «Alle grossen Verlage haben ihre Kalender längst gedruckt. Die Produkte sind teilweise schon auf dem Markt», sagt Rainer Berger, Geschäftsführer des Kalenderverlags Mannheim, in einem Interview mit der «Welt». Auch Filofax, Hersteller von Kalender-Einlagen, hat alle Produkte für 2008 schon drucken lassen, wie Holger Werling vom Vertrieb erläutert.

Tina Fassbind, 20minuten.ch

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