Nach Terrorangriff: Verwirrung um Togos Teilnahme am Afrika-Cup
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Nach TerrorangriffVerwirrung um Togos Teilnahme am Afrika-Cup

Nimmt Togo am Afrika-Cup in Angola teil oder nicht? Die Spieler revidierten ihre Meinung und wollen nun doch dabei sein. Die Regierung dagegen will die Mannschaft nach wie vor zurückziehen.

«Die Regierung bleibt bei ihrem Entscheid», erklärte Regierungssprecher Pascal Bodjona. Es sei das Beste, nicht in Angola zu bleiben. Es seien Menschen getötet worden, ihr Torhüter Kodjovi Obilale liege auf der Intensivstation», fuhr er fort. Premierminister Gilbert Houngbo sprach gar ein Machtwort: «Das Team muss abreisen und nach Togo zurückkehren.»

Die Spieler dagegen hatten sich entgegen erster Meinungsäusserungen fast einstimmig doch noch für eine Teilnahme entschieden. «In Gedenken an die Toten hat das Nationalteam beschlossen, am Afrika-Cup teilzunehmen», sagte Mittelfeldspieler Thomas Dossevi vom französischen Klub FC Nantes.

Am Freitagabend war in der angolanischen Exklave Cabinda ein Terror-Anschlag auf den Teambus der Togolesen verübt worden. Gemäss übereinstimmenden Medienberichten sind bei diesem Angriff mit Trainerassistent Abolo Amelete, Pressesprecher Stanislas Ocloo sowie dem Fahrer eines vorausfahrenden Gepäckbusses drei Menschen ums Leben gekommen. Neun Leute sollen verletzt sein, darunter auch die beiden Nationalspieler Serge Akakpo (Arbeitgeber Vaslui/Rum) und Kodjovi Obilale (GSI Pontivy/Fr/Amateure). Der 25-jährige Obilale wurde operiert.

Zum Anschlag hatte sich der bewaffnete Arm der separistischen Bewegung FLEC (Front für die Befreiung der Exklave Cabinda) bekannt. Die Regierung Angolas verurteilte den Rebellen-Angriff als «terroristischen Akt».

Das Organisationskomitee des Afrika-Cups schloss dennoch die Absage des Kontinental-Turniers aus. Allerdings werde erwogen, die in Cabinda geplanten Partien aus Sicherheitsgründen in der Hauptstadt Luanda auszutragen. Togo würde am Montag in Cabinda gegen Ghana spielen.

Der Bus des Schweizer WM-Vorrunden-Gegners von 2006 war kurz nach dem Passieren der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Angola unter Maschinengewehrfeuer geraten. Togos Nationaltrainer Hubert Velud erhob derweil schwere Vorwürfe gegen das Organisationskomitee: «Die angolanischen Veranstalter sollten sich überlegen, den Wettbewerb abzusagen. Es ist ein Akt der Barbarei, während wir eigentlich den afrikanischen Fussball feiern wollen. Das war Krieg. Die Organisatoren scheinen dies nicht ernst zu nehmen», sagte der Franzose, den eine Gewehrkugel am Arm erwischte.

Die Retourkutsche kam postwendend. Es wurde Togos Entscheid kritisiert, statt mit dem Flugzeug mit dem Bus nach Angola zu reisen. Das Team habe nicht informiert, dass es über Land und ohne Sicherheitsmassnahmen ins als gefährlich bekannte Gebiet eindringen würde.

(si)

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