Kampfjets : Verzögerungen rund um den Gripen
Aktualisiert

Kampfjets Verzögerungen rund um den Gripen

Das neue Kampfflugzeug der Schweizer Armee musste schnell her. Wohl zu schnell. Denn der Gripen soll erst 2020 lieferbar sein, fünf Jahre später als geplant. Auch der Gripen-Bericht verspätet sich.

von
kub

Ein parlamentarischer Untersuchungsbericht, in dem analysiert werden soll, ob bei der Evaluation des Gripen-Kampfjets alles mit rechten Dingen gelaufen ist, ist nicht wie angekündigt im April fertig, sondern erst Ende Juni. Das sagte die Präsidentin der Sicherheitskommission des Nationalrats, Chantal Galladé gegenüber «NZZ Online». Der Grund: Die Untersuchung sei sehr aufwendig.

Das Problem: Der Bundesrat will bereits Anfang Juni das Rüstungsprogramm mit dem Gripen zuhanden des Parlaments verabschieden. Der Gripen-Bericht der Subkommission wird dann aber noch nicht da sein. Für den Präsident der Kommission ist dies kein Problem. Wenn das Rüstungsprogramm in der Parlamentskommission behandelt werde, sei auch der Bericht da.

Noch lange nicht da wird dann der Gripen selber sein. Es dauert nämlich acht Jahre, bis der Gripen überhaupt in die Schweiz geliefert wird. Dies sagte Verteidigungsminister Ueli Maurer zu «10vor10»: «Ich gehe davon aus, dass es realistisch ist, dass wir den Flieger bis Ende dieses Jahrzehntes beschaffen können.»

Ueli Maurer über den Gripen

Bisher hiess es stets, dass die ersten Gripen E/F 2015 da sein werden. Der Grund für diese Verzögerung: die Rüstungspläne der schwedischen Armee. Sie wollen ebenfalls den Gripen E/F beschaffen – im Jahr 2020 oder kurz davor. Den Gripen aber früher zu beschaffen als die schwedische Armee macht laut Mauerer keinen Sinn. Sicherheitspolitiker zeigten sich überrascht. Peter Malama (FDP/BS) wähnte sich im «falschen Film». Und Ida Glanzmann (CVP/LU) stellte sich im Hinblick auf die Sparprogramm-Debatte im Herbst die Frage, weshalb man bereits jetzt für den Gripen sparen soll.

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