Aktualisiert 28.03.2014 12:09

Zu wenig Lärm

Vettel motzt – Sutil und Button schiessen zurück

Weltmeister Sebastian Vettel kann mit den neuen Formel-1-Motoren gar nichts anfangen: zu leise, lautet sein Verdikt. Jenson Button und Adrian Sutil halten wenig von dieser Kritik.

von
Oliver Fischer

Sebastian Vettel erlebt bis jetzt eine Saison zum Vergessen: Kaum Testkilometer absolviert, im ersten Rennen ausgeschieden und weit weg von der Konkurrenz. Kein Wunder, ist der Deutsche auch vor dem zweiten Rennen in Malaysia noch übel gelaunt. Offensichtlich brauchte Vettel ein Ventil, um seinen Frust los zu werden - und zog über die neuen V6-Motoren her: «Der Sound der neuen Motoren hört sich scheisse an», «Den ganzen Batterienkram können wir ruhig im Handy lassen! Da wo er hingehört», «Wir sind ja nicht auf dem ADAC-Übungsplatz.» Mit diesen überdeutlichen Worten zitiert die deutsche «Bild» den vierfachen Weltmeister. Er mache ja nicht die Regeln, aber wenn es nach ihm ginge, würden sie mit einem schönen V12-Motor im Heck fahren - bis und mit letztes Jahr waren die Formel-1-Boliden mit V8-Motoren unterwegs.

Button kritisiert Vettel für dessen Meinung

Vettel stösst mit seinem Unmut bei Fans und Rennveranstaltern auf Verständnis: Die Organisatoren des ersten Grand Prix in Melbourne haben sogar eine Klage erwogen, weil der fehlende Sound ein Vertragsbruch sei. Aber nicht alle teilen Vettels Meinung. Ex-Weltmeister Jenson Button etwa findet: «Wer mit dem Sound nicht zufrieden ist, der soll gehen und woanders fahren.» Dass er damit Vettel meint, ist angesichts weiterer Aussagen nur allzu klar. Letztes Jahr habe immer der Gleiche gewonnen, deshalb habe es eine Veränderung gebraucht. Ihn kümmere es nicht, wie das Auto töne oder aussehe.

Sutil gefällt die akustische Differenzierung der Motoren

Nochmal eine andere Meinung vertritt der Sauberfahrer Adrian Sutil. Der Deutsche sagte im Interview mit der Süddeutschen Zeitung: «Mir gefällt er. Der Klang ist angenehmer als das Geschrei der Motoren in den vergangenen Jahren. Ich finde das jetzt interessanter, weil man wieder einen Unterschied zwischen Motoren von Ferrari, Mercedes und Renault hört. Das war zuletzt kaum so. Da hat man sich nur die Ohren zugehalten.» Und wenn einer ein Gehör dafür hat, dann ist es der Deutsche, der aus einer Musikerfamilie stammt und als Jugendlicher auch selbst Pianokonzerte gegeben hat.

Weder die persönliche Kritik Buttons noch die fachliche Meinung Sutils dürften allerdings etwas an Vettels Frust und Ärger ändern: «Die Formel 1 muss spektakulär sein. Der Sound ist dabei einer der wichtigsten Aspekte.»

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