Frustrierter Weltmeister: Vettel will in Austin das Qualifying boykottieren
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Frustrierter WeltmeisterVettel will in Austin das Qualifying boykottieren

Sebastian Vettel braucht in Austin einen neuen Motor. Der vorgeschriebenen Rückversetzung um zehn Plätze scheint der Red-Bull-Pilot die letzte Startreihe vorzuziehen.

Die Abschiedstournee im Red Bull wird für Sebastian Vettel immer mehr zur quälenden Pflichtaufgabe. Für seinen nächsten Auftritt macht sich der entthronte viermalige Formel-1-Weltmeister bereits auf einen Start aus der Boxengasse gefasst. Noch viel schlimmer: Aus seiner Sicht macht es eigentlich nicht einmal mehr Sinn, bei der Qualifikation zum Grossen Preis der USA Anfang November überhaupt anzutreten. «Ich denke nicht, dass ich am Samstag viel zu tun habe. Ich glaube, ich werde beim Qualifying zuschauen.»

Der Grund: Vettel wird «den Joker» ziehen, nur dass der in der Formel 1 nichts Gutes verheisst. Er braucht in seinem Red Bull einen neuen Motor beziehungsweise bestimmte neue Elemente. Das Problem: Er kommt damit über die fünf erlaubten Motoren in einer Saison und wird per se in der Startaufstellung zum drittletzten Rennen in diesem Jahr zehn Plätze zurückversetzt werden.

Wechsel in Sotschi angepeilt

Das Ergebnis: Frust pur. «Da die Regeln dieses Jahr ganz toll sind, was das angeht, macht es keinen Sinn, am Samstag an der Qualifikation teilzunehmen, weil man dann nur noch unnötig Kilometer auf den Motor fährt.» Es wäre sinnvoller gewesen, die Strafe schon bei der Formel-1-Premiere in Russland auf sich zu nehmen, meinte Vettel - dort hatte er von Beginn an geklagt, dass der Wagen auf dem neuen Kurs einfach zu langsam sei.

Nur war Red Bull dazu nicht in der Lage: «Wir hatten nicht alle Teile», erklärte Vettel, dessen Tonlage irgendwo zwischen Ernüchterung, Zynismus und Lustlosigkeit nach seinem achten Rang in Sotschi lag. Mittlerweile ist der WM-Zweite von 2009 und Weltmeister der Jahre 2010, 2011, 2012 und 2013 sogar auf Rang fünf in der Gesamtwertung abgerutscht, auch noch überholt vom Finnen Valtteri Bottas im Williams. Auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (Mercedes) hat der 27-jährige Deutsche ernüchternde 148 Punkte Rückstand.

Austin, São Paulo und Abu Dhabi - dann hat Vettel das schlechteste und bislang erfolgloseste Jahr seiner Formel-1-Laufbahn geschafft, ehe er - wenngleich immer noch unbestätigt - im Ferrari eine neue Ära einleiten will. (si)

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