GP von Südkorea: Vettels Siegeszug geht weiter - Buemi punktet
Aktualisiert

GP von SüdkoreaVettels Siegeszug geht weiter - Buemi punktet

Bei GP von Südkorea erarbeitet sich Weltmeister Sebastian Vettel seinen zehnten Saisonsieg. Pole-Mann Hamilton wird Zweiter, Webber fährt auf Rang drei und sichert Red Bull so die Konstrukteurs-WM.

Für Sebastian Vettel gehen die Jubeltage nach der erfolgreichen Titelverteidigung unvermindert weiter. Der Deutsche gewann den Grand Prix von Südkorea ungefährdet und sicherte seinem Team Red Bull-Renault den Konstrukteuren-Titel.

Ein Jahr, nachdem Vettel in Yeongam in Führung liegend mit einem Motorschaden ausgefallen war und die WM-Träume geplatzt zu sein schienen, legte der Doppelweltmeister an gleicher Stätte für Red Bull die Basis für den vorzeitigen Gewinn des WM-Titels der Konstrukteure. Für einmal startete er zwar nicht von der besten Position ins Rennen, doch noch vor Beendigung der ersten Runde zog der hessische Saisondominator am vor ihm gestarteten Lewis Hamilton vorbei und liess in der Folge keine Zweifel am zehnten Sieg in diesem Jahr aufkommen.

«Es hat unheimlich viel Spass gemacht, das Auto wurde immer schneller. Ich bin wirklich ganz aus dem Häuschen», sagte Vettel nach seinem neuerlichen Triumph. Red Bulls Teamchef Christian Horner bezeichnete Vettels Machtdemonstration als «weltmeisterliche Fahrt».

Ein Jahr nach seinem letzten «Nuller» klassierte sich Vettel bereits zum 18. Mal de suite in den Punkterängen. Bis zur Egalisierung der Bestmarke seines Idols Michael Schumacher fehlen dem im Kanton Thurgau wohnhaften Blondschopf nur noch sechs weitere Rennen mit Punktezuwachs. Einen weiteren, viel bedeutenderen Rekord Schumachers kann Vettel indes noch in diesem Jahr egalisieren. Gewinnt er auch die drei restlichen Rennen in Indien (30. Oktober), im Emirat Abu Dhabi (13. November) und in Brasilien (27. November), käme er auf sagenhafte 13 Saisonsiege - wie Schumacher vor sieben Jahren.

Konstrukteuren-WM-Titel für Red Bull

Mit dem 25. Sieg in der Team-Geschichte sicherte sich Red Bull-Renault eine Woche nach der erfolgreichen Titelverteidigung Vettels auch den WM-Triumph bei den Konstrukteuren. Die österreichisch-britische Equipe weist gegenüber McLaren-Mercedes einen Vorsprung von nunmehr 140 Punkten auf und kann bis zum Saisonende nicht mehr abgefangen werden. Für den Ende 2004 aus dem Team Jaguar hervorgegangenen Rennstall mit Sitz in Milton Keynes ist es der zweite Titel nach jenem aus dem Vorjahr. «Sicher ist die Fahrer-WM der wichtigste Titel. Aber für das Team ist das ein Bonus, sie werden froh sein», so Vettel.

Seit 2007 werden die Red-Bull-Autos von Renault-Motoren angetrieben. Anfang September wurde die Partnerschaft mit den Franzosen vorzeitig bis 2016 verlängert. Die Zuverlässigkeit des von Star-Ingenieur Adrian Newey entwickelten Autos mit der Typenbezeichnung «RB7» ist herausragend. Weder Vettel noch Mark Webber wurden heuer bislang durch einen technischen Defekt gestoppt. Einzig beim Grand Prix von Italien klassierten sich nach einer Kollision von Mark Webber nicht beide Fahrer in den Punkterängen.

Wie bei der Premiere im Vorjahr verpasste Lewis Hamilton als Zweiter den Sieg. Der Champion von 2008 durfte jedoch erstmals nach fünf Rennen mit Klassierungen ausserhalb der Top 3 wieder einmal an einer Siegerehrung teilnehmen. Für McLaren war dies im 700. Grand Prix der Teamgeschichte zu wenig, um die vorzeitige Titelparty Red Bulls zu verhindern. Platz 3 vor Jenson Button ging an Webber im anderen «Bullen»-Auto, womit der Australier nach wie vor auf seinen ersten Saisonsieg warten muss. Button verpasste erstmals seit dem Rennen auf dem Nürburgring im Juli einen Podestrang.

Durststrecke für Sauber

Das Team Sauber erlebte in Südkorea einen Grand Prix zum Vergessen. Derweil die Hinwiler mit einem «Nuller» die Heimreise antreten mussten, gewann Konkurrent Toro Rosso acht Zähler.

Sowohl Kamui Kobayashi (15.) als auch Sergio Perez (16.) verpassten die Top Ten in Yeongam klar. Beide Fahrer mussten einen Boxenstopp mehr als geplant einlegen. Bei Kobayashi geriet der Frontflügel nach einem Rencontre mit Bruno Senna im Lotus-Renault in Mitleidenschaft, Perez beklagte drei Runden vor Schluss ein Loch im rechten Vorderreifen. Der 21-jährige Mexikaner gab jedoch unumwunden zu, dass «wir so oder so nicht schnell genug waren, um in die Punkte zu fahren».

«Wir hatten bereits im Qualifying Probleme mit unserem Speed, und im Rennen war es nicht besser. Wir haben gehofft, dass wir unsere Grip-Probleme in den Griff bekommen könnten, aber es funktionierte letztlich nicht», erklärte Giampaolo Dall'Ara, Saubers Leitender Ingenieur an der Strecke. Trotz einiger Zwischenfälle sei das Problem schlicht und einfach der Mangel an Performance gewesen, so der Italiener.

Punkte für Buemi

Derweil Sauber zum sechsten Mal in diesem Jahr einen Grand Prix ohne Punktezuwachs beendete, liess sich die Konkurrenz von Force India-Mercedes und Toro Rosso-Ferrari im Kampf um den finanziell wichtigen 6. Platz in der Teamwertung Punkte gutschreiben. Der Westschweizer Sébastien Buemi gewann im Toro Rosso als Neunter zwei Punkte, sein spanischer Teamkollege Jaime Alguersuari wurde gar als Siebenter abgewinkt. Für Force India sicherte der Schotte Paul di Resta mit Platz 10 immerhin einen Zähler. Die derzeit im 6. Rang klassierte indische Equipe baute den Vorsprung auf Sauber damit auf neun Punkte aus. Toro Rosso verkürzte den Rückstand auf den Zürcher Rennstall auf nur noch drei Zähler.

Der von Position 13 gestartete Buemi lieferte in Yeongam ein starkes Rennen ab und war mit seiner Leistung dementsprechend zufrieden. «Das Auto war heute sehr wettbewerbsfähig und verfügte über einen guten Topspeed. Wenn wir weiter hart arbeiten, können wir Sauber in den verbleibenden Rennen noch überholen.» Trotz aller Euphorie dürfte Buemi Südkorea auch mit einigen Sorgenfalten verlassen haben. Jaime Alguersuari, sein direkter Konkurrent um den Verbleib bei Toro Rosso, hat ihn in der Fahrer-Wertung nämlich mittlerweile um sieben Zähler distanziert.

Yeongam. Grand Prix von Südkorea:

1. Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault.

2. Lewis Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes.

3. Mark Webber (Au), Red Bull-Renault.

4. Jenson Button (Gb), McLaren-Mercedes.

5. Fernando Alonso (Sp), Ferrari.

6. Felipe Massa (Br), Ferrari.

7. Jaime Alguersuari (Sp), Toro Rosso-Ferrari.

8. Nico Rosberg (De), Mercedes.

9. Sébastien Buemi (Sz), Toro Rosso-Ferrari.

10. Paul di Resta (Gb), Force India-Mercedes.

Ferner:

15. Kamui Kobayashi (Jap), Sauber-Ferrari.

16. Sergio Perez (Mex), Sauber-Ferrari.

WM-Stand Fahrer nach 16/19 Rennen:

1. Sebastian Vettel, Red Bull-Renault, 349.

2. Jenson Button, McLaren-Mercedes, 222.

3. Fernando Alonso, Ferrari, 212

4. Mark Webber, Red Bull-Renault, 209.

5. Lewis Hamilton, McLaren-Mercedes, 196.

6. Felipe Massa, Ferrari, 98.

7. Nico Rosberg, Mercedes, 67.

Ferner:

12. Kamui Kobayashi, Sauber-Ferrari, 27.

15. Sébastien Buemi, Toro Rosso-Ferrari, 15.

16. Sergio Perez, Sauber-Ferrari, 13.

WM-Stand Teams nach 16/19 Rennen:

1. Red Bull-Renault, 558.

2. McLaren-Mercedes, 418.

3. Ferrari, 310.

4. Mercedes, 127.

5. Lotus-Renault, 72.

6. Force India-Mercedes, 49.

7. Sauber-Ferrari, 40.

8. Toro Rosso-Ferrari, 37. (si)

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