Aktualisiert 30.06.2011 05:43

Internet-Grüsel

Via Webcam 30 Knaben missbraucht

Ein einschlägig vorbestrafter 43-jähriger Riehener onanierte im Netz vor minderjährigen Buben. Nun steht er vor dem Basler Strafgericht.

von
Anna Luethi
Holte sich Befriedigung via Cam.

Holte sich Befriedigung via Cam.

Der Plan war simpel und funktionierte: Der Angeklagte gab sich auf Internetportalen von Netlog bis SchülerVZ als Teenie aus und überredete Buben zum Webcam-Chat. Dort onanierte er ohne Ankündigung vor ihnen. Wenn die Jungs den Chat ablehnten, beleidigte und beschimpfte er sie. Von Herbst 2008 bis zu seiner Inhaftierung im Juni 2009 sind 30 Fälle nachgewiesen. Der 43-jährige Riehener chattete nur 10- bis 16-Jährige an: «Alles über 18 hat mich einfach nicht interessiert», so der Angeklagte. Die meisten Buben reagierten angeekelt und beendeten den Chat sofort. «Es ist eine Katastrophe, was ich getan habe. Es war wie eine Sucht», erklärte der Angeklagte vor Gericht.

Seit seiner Entlassung aus der U-Haft und einem Aufenthalt in der Psychiatrie im März letzten Jahres ist er in Therapie und in medikamentöser Behandlung: Alle drei Monate gibt es eine Hormonspritze, die laut Gutachter «eine Testosteronsenkung auf Kastrationsniveau» bewirkt. Gleichzeitig sagte der Experte, dass die Behandlungsmöglichkeiten beim schwer persönlichkeitsgestörten Angeklagten ausgeschöpft seien und die Rückfallquote hoch sei. Sein Therapeut beurteilt diese jedoch als moderat und betont, dass die ambulante Therapie sinnvoll sei. Das Urteil wird am Donnerstag erwartet.

Fehler gefunden?Jetzt melden.