Potenzmittel: Viagra-Konsumenten werden zunehmend jünger
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PotenzmittelViagra-Konsumenten werden zunehmend jünger

Schweizer stehen auf Viagra. Sexualpädagogen und -therapeuten stellen fest: Neuerdings greifen auch immer mehr Jüngere zum Potenzmittel.

von
Alexandra Roder

Für Schlagzeilen sorgten kürzlich der zunehmende Viagra-Konsum junger Argentinier, die glauben, nur so «guten Sex» haben zu können. Das gilt auch für immer mehr junge Schweizer, wie Recherchen von 20 Minuten ergaben. Sexualtherapeutin Esther Elisabeth Schütz aus Uster (ZH) sagt beispielsweise: «Während ich vor fünf Jahren keine Patienten unter 30 hatte, kommen heute zunehmend auch Jüngere mit Sexproblemen zu mir». Auch solche, die keine Erektionsstörungen haben, würden vermehrt zu Viagra greifen: «Entweder aus Neugierde, weil sie nach zu viel Alkohol im Bett nicht mehr können oder weil sie durch Pornos den falschen Eindruck bekommen, der Mann müsse konstant einen Betonständer haben», so Schütz.

Auch Bruno Wermuth, der an Berner Schulen Sexualpädagogik unterrichtete, stellt fest: «Immer mehr junge Männer im Alter zwischen 12 und 16 Jahren stellen Fragen über Viagra». Laut dem Zürcher Urologen Alexander Eijsten haben 20 Prozent der Schweizer Männer Potenzprobleme. Darunter seien natürlich auch Junge. «Es kommt vor, dass mich junge Männer fragen, ob ich ihnen das Medikament verschreibe, nur weil sie leistungsfähiger im Bett sein wollen. Das mache ich natürlich nicht.»

Das Problem: Der Muntermacher wird zuhauf illegal im Internet angeboten. Daniel Engeler, Chefurologe am Kantonsspital St. Gallen warnt: «Häufig entsprechen diese Medikamente nicht dem Original und sind mit Substanzen verunreinigt, die die Gesundheit gefährden können».

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