Mehr Leistung neben dem Bett: Viagra unter Dopingverdacht
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Mehr Leistung neben dem BettViagra unter Dopingverdacht

Gut möglich, dass bald ein neues Mittel auf die Dopingliste kommt: Viagra steht im Zentrum von Untersuchungen. Thema wurde dies unter anderem deshalb, weil bei einem Radprofi 82 Pillen des Potenzmittels gefunden wurden.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA will mit Untersuchungen und einer gründlichen Studie klären, ob Viagra auf die Dopingliste gehört. Die leistungssteigernde Wirkung für Sportler könnte der Wirkstoff Sildenafil auslösen. «Es gibt Aussagen, die vermuten lassen, dass Viagra auch im Sport leistungssteigernd ist», bestätigt WADA-Chef John Fahey.

Grund für die Untersuchungen sind, dass bei Kontrollen der Sportler immer häufiger das Mittel gefunden wurde. So hatte beim letzten Giro d'Italia beispielsweise Andrea Moletti gleich 82 Pillen Viagra im Gepäck. Bleibt die Frage, wofür er die verwenden wollte. Der Italiener vom damaligen Geroldsteiner Team kam ungeschoren davon.

Erste Tests in Höhenluft positiv

Sildenafil, der Wirkstoff in Viagra, erweitert die Blutgefässe. Theoretisch könnte so mehr Sauerstoff transportiert werden. Ob jedoch bewiesen werden könne, was Viagra tatsächlich bewirkt, stellen einige Experten in Frage. Anthony Butch, der Direktor des olympischen Doping-Test Labors der Universität von Kalifornien (UCLA) sagt: «Es wird extrem schwierig, wenn nicht unmöglich, die Leistungssteigerung im Sport zu beweisen.» In ersten Test stellte sich bereits 2006 heraus, dass einige Testpersonen ihre Leistung auf zehn Kilometer Velofahren fast um 40 Prozent steigern konnten. Allerdings in einer Höhe von rund 3800 Metern. So hoch oben, wie kaum ein Sportevent je stattfinden wird. Auf Meereshöhe hat Viagra bei diesem Test die Leistung der Athleten nicht merklich verbessert.

(fox)

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