Viamala-Tunnel wieder offen
Aktualisiert

Viamala-Tunnel wieder offen

Nach dem schweren Unglück mit neun Toten vom vergangenen Wochenende ist der Viamala-Tunnel für Sonntagabend um 20.00 Uhr für den Verkehr auf der San-Bernardino-Route wieder freigegeben worden. Inzwischen wurden alle neun Opfer des Unglücks - sechs Deutsche und drei Schweizer - identifiziert.

Bei den vom Institut für Rechtsmedizin in St. Gallen zuletzt identifizierten Opfern handelt es sich um eine vierköpfige Familie aus Baden-Württemberg und einen Lastwagenchauffeur aus Bayern, wie die Graubündner Kantonspolizei am Samstag mitteilte. Die Opfer des schweren Verkehrsunfalls im 750 Meter langen Viamala-Tunnel der A13 wurden gemäss Mitteilung zweifelsfrei identifiziert. Bei der vierköpfigen deutschen Familie, die in einem beim Unfall ausgebrannten Fahrzeug gewesen war, handelt es sich um den 41-jährigen Vater, die 33-jährige Mutter sowie um deren Kinder im Alter von vier und anderthalb Jahren. Der 52-jährige deutsche Lastwagenchauffeur hatte sich beim Unfall im Viamala-Tunnel der A13 schwerste Verletzungen zugezogen und war von den Rettungskräften aus dem Tunnel geborgen worden. Er starb vergangenen Montag im Universitätsspital Zürich.

Bereits letzten Dienstag hatte die Identität von vier weiteren Todesopfern festgestanden. Es handelte sich um zwei Personenwagenlenker aus Graubünden und aus Bayern im Alter von 48 beziehungsweise 90 Jahren, eine 32-jährige Tessiner Therapeutin und einen 46-jährigen Tessiner Betreuer des Hockeyteams, das im verunglückten Bus transportiert wurde. Zur Klärung der Todesursachen werden noch detaillierte Untersuchungen am St. Galler Institut für Rechtsmedizin vorgenommen. Nach wie vor unklar ist der Unfallhergang. Die überaus komplexen Ermittlungen beanspruchten noch geraume Zeit, hiess es.

Die Freigabe des Tunnels wurde vom Tiefbauamt des Kantons Graubünden kurzfristig auf Sonntagabend um 20.00 Uhr angeordnet. Noch am Sonntagvormittag waren die Behörden von der Wiedereröffnung am (morgigen) Montag ausgegangen.

In Graubünden müssen laut Tiefbauamts-Chef Heinz Dicht mehrere Tunnels nachgerüstet werden. Eine normengemässe Ausstattung aller Strassentunnels mit Fluchtmöglichkeiten würde mindestens 200 Millionen Franken kosten, sagte er in einem Interview der «Südostschweiz» vom Samstag. Für Betrieb und Unterhalt aller elektromechanischen Einrichtungen rechnet das kantonale Tiefbauamt künftig mit Kosten von gegen 30 Millionen Franken im Jahr. Mit diesen gewaltigen Summen könne das sanierungsbedürftige Strassennetz Graubündens auf einen guten Stand gebracht werden. Laut Dicht ist das Unfallrisiko in Tunnels kleiner als auf offenen Strecken. (dapd)

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