Herisau AR: Vibra-Trucks stehen in den Startlöchern

Aktualisiert

Herisau ARVibra-Trucks stehen in den Startlöchern

Startschuss für die seismischen Messungen: Bei Belch oberhalb von Herisau liessen die Vibra-Trucks am Montag Nachmittag zum ersten Mal die Erde erzittern - sie suchen nach Heisswasser für ein künftiges Erdwärme-Kraftwerk.

von
Julia Fischer
Marco Huwiler (Stadt­werke, l.) und Geophysiker Dr. Raimund Seitz freuen sich auf den Start der Messungen. (juf)

Marco Huwiler (Stadt­werke, l.) und Geophysiker Dr. Raimund Seitz freuen sich auf den Start der Messungen. (juf)

«Wir testen nur noch verschiedene Signale, dann können wir richtig loslegen», so Raimund Seitz, Geophysiker und Qualitätsprüfer der Stadt St. Gallen. Voraussichtlich starte das Grossprojekt aber schon am Dienstag, sagt Marco Huwiler von den Stadtwerken St. Gallen.

Zwei Teams sind von Beginn an mit jeweils vier Spezial-Trucks auf einem Gebiet von 300 Quadratkilometern unterwegs und suchen im Untergrund nach Heisswasser für ein künftiges Erdwärme-Kraftwerk. Der Fahrplan für die Vibra-Flotte ist knifflig. «Seit November 2009 sind wir mit der Routenplanung beschäftigt», so Huwiler. Denn bei der Festlegung müssen Leitungen, Naturschutzgebiete sowie historische Bauten berücksichtigt werden. «Auch während der Messungen überprüfen wir ständig die Vibrationsstärke, um Schäden zu vermeiden.» Insgesamt beschäftigt das Projekt bis Ende März täglich rund 120 Mitarbeiter.

Igelfreunde schlagen Alarm

Der Beginn der seismischen Messungen freut nicht alle. Die Ostschweizer Igelfreunde befürchten sogar eine Katastrophe. «Durch die Vibrationen werden die Igel aus ihrem Winterschlaf geweckt», so Otto Nef, Vizepräsident der Ostschweizer Igelfreunde. Vor allem für Jungtiere wäre das Aufwachen gefährlich. «Viele haben zu wenig Fettreserven, um im Winter überleben zu können», so Nef. Laut Roschi Schmitz, Leiterin der Igelstation Kreuzlingen, ist es deshalb wichtig, herumirrende kleine Igel mitzunehmen und zu melden. «Ältere Tiere können mit Trockenfutter und Wasser vor Ort versorgt werden», so Schmitz.

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