Victory will Unaxis zu 51 Prozent
Aktualisiert

Victory will Unaxis zu 51 Prozent

Die österreichische Investmentgesellschaft Victory Industriebeteiligung AG will bis zu 51 Prozent des Technologiekonzerns Unaxis erwerben.

Dies gab Victory-Verwaltungsrat Felice De Grandi am Montag in Wien auf Anfrage der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires bekannt. IHAG als zweite Grossaktionärin will nicht verkaufen.

Am Vortag der mit Spannung erwarteten Unaxis-Generalversammlung (GV) umriss De Grandi keinen genauen Zeitrahmen, in dem die Beteiligung am ehemaligen Oerlikon-Bührle-Konzern aufgestockt werden soll. Er erwarte, dass Victory in naher Zukunft 51 Prozent an Unaxis halten werde, sagte De Grandi. Victory besitzt derzeit, wie berichtet, 34,04 Prozent der Unaxis-Aktien und -Stimmrechte. Angaben darüber, ob Victory inzwischen wieder Unaxis-Optionen gekauft habe, machte er nicht. De Grandi geht aber davon aus, dass seine Gesellschaft am morgigen Dienstag nur mit jenen 16,4 Prozent wird stimmen können, die bis am 5. April im Aktionärsbuch eingetragen waren. «Es sieht nicht danach aus, dass uns der Verwaltungsrat mit all unseren Aktien stimmen lassen wird», sagte er.

Zum Übernahmeversuch von Victory an Unaxis sagte der Finanzanalyst Christian Gattiker von der Grossbank Credit Suisse in der «Tagesschau» unter anderem, interessant seien zum einen die hohen Barreserven von Unaxis. Zum andern erscheine eine Verschmelzung von Teilen der Unaxis mit der Victory-Tochter ATEC interessant. Gattiker erwartet, dass nach der ordentlichen GV eine ausserordentliche Aktionärsversammlung einberufen wird, an der Victory besser eingreifen könne.

An der GV geht es unter anderem um die Streichung der so genannten Opting-out-Klausel aus den Unaxis-Statuten. Als einzige Firma des Blue-Chips-Indexes SMI kennt Unaxis derzeit die Befreiung von Aktionären mit einer Beteiligung von über 33,3 Prozent von der gesetzlichen Pflicht, den andern Aktionären ein Übernahmeangebot machen zu müssen. Ob sich die Aufhebung der Opting-out-Klausel sofort auf Victory auswirken würde, war vorerst nicht klar. Weiter geht es um die Reduktion des Aktiennennwerts um 14 auf sechs Franken je Aktie. Zudem wurde den Aktionären die Zuwahl des Saurer-Chefs Heinrich Fischer und des DaimlerChrysler-Managers Andreas Renschler in den Verwaltungsrat beantragt.

Inzwischen bekräftigt die IHAG Holding AG als zweitgrösste Unaxis-Aktionärin, sie wolle ihr 21-Prozent-Paket behalten. «Wir haben nicht die Absicht, unsere Beteiligung zu verkaufen», sagte ein Sprecher auf Anfrage. Die Bührle-Familiengesellschaft hat kürzlich eine Offerte von Victory ausgeschlagen, die 200 Franken je Aktie bot.

Der Unaxis-Kurs sank an der Schweizer Börse zeitweise deutlich. Mit 170,30 Franken lag er vorübergehend 3,2 Prozent tiefer als vergangenen Freitagabend. Bis am späteren Nachmittag hatte sich der Kursverlust auf 1,7 Prozent verringert. (dapd)

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