Aktualisiert 11.01.2017 18:24

Grosse Schanze BernVideo-Kameras gegen Sex-Übergriffe?

Auf der Grossen Schanze häufen sich sexuelle Missbräuche. Sicherheitsdirektor Nause zieht nun eine Videoüberwachung in Betracht.

von
miw
1 / 4
Hier wurde in der Nacht auf Sonntag eine Minderjährige missbraucht. Der Täter ist flüchtig. Die Polizei sucht Zeugen.

Hier wurde in der Nacht auf Sonntag eine Minderjährige missbraucht. Der Täter ist flüchtig. Die Polizei sucht Zeugen.

Digitalbe
Diesen Weg nahm die minderjährige junge Frau, bevor sie vom Mann überwältigt und sexuell missbraucht wurde.

Diesen Weg nahm die minderjährige junge Frau, bevor sie vom Mann überwältigt und sexuell missbraucht wurde.

Google Streetview
Der Spielplatz des Grauens befindet sich unter der Baumgruppe in der Mitte des Bildes.

Der Spielplatz des Grauens befindet sich unter der Baumgruppe in der Mitte des Bildes.

Google Streetview

Erst soll er sie im Bus beobachtet, dann verfolgt haben – auf der Grossen Schanze in Bern schlug der Täter schliesslich zu. So wurde eine minderjährige Frau in der Nacht auf Sonntag Opfer eines Sexualdelikts.

Die Nachricht über den Vorfall verbreitet sich in Bern in Windeseile. Junge Frauen sind schockiert und fühlen sich betroffen: «Ich habe von der Tat gelesen. Dabei hat sich ein Gefühl, das ich hier immer mit mir herumtrage, bestätigt», sagt eine 18-jährige Bernerin. Sie würde den Ort nach Einbruch der Dunkelheit meiden, zu unsicher fühle sie sich hier. So handhaben es die meisten Frauen, mit denen 20 Minuten gesprochen hat. «Muss ich dennoch nachts die Schanze passieren, lasse ich mich von jemandem begleiten», sagt eine andere Studentin.

Die Vorsicht ist begreiflich: Der jüngste Übergriff war der dritte innerhalb eines Jahres. Keiner der Täter wurde geschnappt. In einem der Fälle wurden die Ermittlungen bereits eingestellt.

«Sicherheit ist ein Grundbedürfnis»

Sich sicher zu fühlen, ist laut einer Studie des Schweizerischen Städteverbandes aber ein menschliches Grundbedürfnis. Die Garantie von Sicherheit sei eine zentrale Aufgabe von Politik und Behörden. In einem Artikel des Fachmagazins «SKP-Info» schreibt so Verbandspräsidentin Renate Amstutz: «Urbane Sicherheit bedeutet, proaktiv auf neue Probleme und Herausforderungen zu reagieren und möglichst zeitnah die entsprechenden Massnahmen zu ergreifen, um ein Problem einzudämmen.» Sicherheit bedürfe zudem weit mehr als nur polizeiliche Massnahmen.

Nause denkt an Videoüberwachung

So ist die Berner Sicherheitsdirektion nun gefordert. Deren Vorsteher Reto Nause räumt ein, dass die Parkanlage zwischen Stadt und Länggasse ein permanenter Schwerpunkt sei. «Wir machen viel, um die Situation zu verbessern», so Nause. Polizisten würden uniformiert wie auch zivil erhöht Präsenz markieren. Auch hätte man in der Vergangenheit die Beleuchtung verbessert. «Allenfalls müssen wir technisch noch mehr aufrüsten», so der Sicherheitsdirektor. Hier denkt er neben der Beleuchtung auch an eine Videoüberwachung &ndash ;«dies könnte aus politischer Sicht aber schwierig werden».

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.