Aktualisiert 07.10.2007 06:18

Video: Kriegszustand in der Berner Innenstadt

In Bern ist es während der Gegendemonstration zum SVP-Aufmarsch zu massiven Ausschreitungen seitens Linksautonomer gekommen. Die Polizei flankierte mit einem massiven Aufgebot die SVP-Demonstration - und vergass, den Bundesplatz zu schützen.

Linksautonome aus Italien, Deutschland und der Schweiz haben den von der Polizei nicht geschützten Bundesplatz gestürmt. Sämtliche Infrastruktur des SVP-Festes wie Verpflegungsstände, Informationstände und die auf der Bühne bereitgestellten Instrumente für das Orchester wurden zerstört.

Die Anti-SVP-Veranstaltung auf dem Münsterplatz löste die Polizei auf. Einzelne Splittergruppen liefern sich derzeit mit der Polizei in der ganzen Berner Innenstadt Scharmützel.

Erschwerte Anreise

Der Zug mit linken Demonstranten aus Zürich hatte bereits 20 Minuten Verspätung. Im Bahnhof Bern wurden dann bereits mehrere Personen festgenommen und Material beschlagnahmt. Bei Personenkontrollen wurden laut Polizeiangaben Schlagstöcke und Vermummungsmaterial sicher gestellt.

Mit Nägeln gegen Autos

Bereits am Morgen versuchten Linksautonome, die SVPler an der Teilnahme der Demonstration zu hindern: An drei Autobahnausfahrten wurden Autos ausgebremst und nach Angaben der Gegendemonstranten die Wagen mit Nägeln und Glasscherben an der Weiterfahrt behindert.

Start der unbewilligten Gegendemonstration unter dem Motto «ganz Fest gegen Rassismus» sollte um 12 Uhr beim Münsterplatz sein. Dieser wurde jedoch von der Polizei abgeriegelt. Beim Startschuss zur SVP-Gegenveranstaltung versammelten sich trotzdem mehrere hundert Junge, meist Vertreter des links-autonomen Lagers, in der Umgebung. Die Organisatoren sprechen von 2000 Personen.

Die Polizei fuhr am Waisenhausplatz mit mehreren Kastenwagen vor und führte Personenkontrollen durch. Weitere Scharmützel sind im Gange: Linksautonome demontierten ein Baugerüst und warfen Holzlatten und Stangen gegen die Polizeibarrikade. Diese beantwortete den Angriff mit einem Tränengaseinsatz.

SVP-Umzug laufend behindert

Die SVP plant unter dem Motto «Einstehen für die Schweiz» einen Umzug mit Folkloregruppen und Fahnenträgern vom Bärengraben zum Bundeshaus. Ab 12:30 besammelten sich die SVP-Anhänger beim Bärengraben, gegen 13:30 startete der Umzug. Viele der SVP-Anhänger tragen Schweizer Fahnen. Treichlergruppen begleiten sie.

In den Gassen und Plätzen zwischen der Kundgebungsroute der SVP und dem Münsterplatz markiert die Polizei klar Präsenz. Die Berner Stadtpolizei wird dabei von der Berner Kantonspolizei, der Bieler Stadtpolizei und im Bereich Nahschutz von den Kantonspolizeien Basel-Stadt und Aargau unterstützt.

Der Marsch zum Bundesplatz wurde von den Demonstranten beziehungsweise der Polizei an der Nydeggbrücke zeitweise behindert, um es zu keiner direkten Konfrontation von Linksautonomen und SVP-Anhängern kommen zu lassen. Die Polizei löste die Blockade gewaltsam mit Tränengas und Gummischrot auf.

Keine Festlaune in Bern

Die rund 5000 SVP-Anhänger, die vom Bärengraben in Richtung Bundesplatz marschieren wollten, sind wieder an ihren Ausgangspunkt zurückgekehrt. Jetzt wird die SVP-Kundgebung beim Bärengraben durchgeführt.

Nach einem Fest dürfte in Bern momentan niemandem zumute sein. Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppet (SP) sagte, er fühle sich über die laufenden Auseinandersetzungen wütend und ohnmächtig, weil es nicht möglich sei, friedlich zu demonstrieren. In der Schweiz solle es möglich sein, alle Meinungen zu äussern.

Scharfe Worte von der SVP

An der improvisierten SVP-Kundgebung in der Nähe des Bärengrabens in Bern haben Bundesrat Christoph Blocher und SVP- Präsident Ueli Maurer die Blockaden durch links-autonome Gruppen scharf kritisiert. Die SVP-Veranstaltung ist inzwischen zu Ende.

Gewisse Kreise hätten mit allen Mittel versucht, die stärkste Partei der Schweiz an einer friedlichen Kundgebung zu hindern, sagte Maurer vor rund 5000 bis 6000 Parteianhängern. Dies sei bedenklich.

Die Kundgebung sei zu einer Demonstration für Frieden und freie Meinungsäusserung geworden, sagte Bundesrat Christoph Blocher. Die Vorkomnisse von heute zeigten, wo die Gewalttätigen, die das freie Wort nicht ertrügen, seien.

Eine Konfrontation zwischen einer Gruppe von rund 100 Rechtsradikalen mit Links-Autonomen konnte vorläufig verhindert werden. Die Rechtsradikalen wurden von SVP-Sicherheitsleuten und SVP-Nationalräten überredet, nicht in Richtung Münsterplatz zu marschieren.

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Videos: Maurice Thiriet, 20minuten.ch

(ast/thi/SDA)

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