Video: Motassadeq verhaftet
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Video: Motassadeq verhaftet

Der wegen Beihilfe zu den Anschlägen des 11. September 2001 verurteilte Marokkaner Mounir El Motassadeq muss in Untersuchungshaft. Motassadeq wurde gestern Abend von mehreren Polizisten in Begleitung der Presse verhaftet.

Damit erreichte die deutsche Bundesanwaltschaft ihr Zielhatte die Beschwerde der Generalbundesanwältin Monika Harms beim Bundesgerichtshof (BGH) Erfolg. Das Oberlandesgericht Hamburg hatte zuvor Untersuchungshaft abgelehnt.

Motassadeq wurde von mindestens sechs Beamten, darunter zwei in Uniform, aus seiner Wohnung abgeholt. Die Beamten hielten sich rund 20 Minuten in dem Gebäude auf. Der Marokkaner trug bei seiner Verhaftung eine schwarze Jacke und einen grauen Vliespulli. Laut Augenzeugen wurden ihm keine Handschellen angelegt. Er wurde in einer dunklen Limousine weggebracht.

Der BGH hatte den Marokkaner am Donnerstag rechtskräftig wegen Beihilfe zu den Anschlägen vom 11. September 2001 und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Ihm droht jetzt eine wesentlich höhere Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

Über die endgültige Strafhöhe muss noch das Oberlandesgericht Hamburg entscheiden. Bis dahin muss Motassadeq aber ins Untersuchungsgefängnis, um seine Flucht auszuschliessen.

Sozialhilfe beantragt

Der verurteilte Terrorhelfer Mounir El Motassadeq hat in Hamburg auch einen Antrag auf Sozialhilfe gestellt. Das sagte sein Anwalt Udo Jacob der Berliner Zeitung «B.Z.» (Samstagausgabe). «Er ist arm und mittellos, lebt von kleinen Zuwendungen. Ich gehe davon aus, dass er Sozialhilfe bekommen wird», wurde Jacob zitiert.

Der Fall Motassadeq beschäftigte am Freitag weiter die Justiz. Trotz einer Beschwerde der Bundesanwaltschaft lehnte das Hamburger Oberlandesgerichts eine Inhaftierung des 32-Jährigen erneut ab.

Motassadeq befand sich deshalb zunächst weiter auf freiem Fuss. Damit musste sich erneut der Bundesgerichtshof in Karlsruhe mit dem Fall befassen, der Motassadeq erst am Donnerstag wegen seiner Verwicklung in die Terroranschläge vom 11. September 2001 rechtskräftig verurteilt hatte.

(dapd)

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