Aktualisiert 12.07.2019 13:30

Gossau SG

Video zeigt diverse Gaffer mit Handy am Steuer

Am Mittwoch kam es in Gossau SG zu einem schweren Unfall. Eine Person verlor dabei ihr Leben. Zahlreiche Lenker zückten ihre Handys und behinderten so den Verkehr.

von
taw

Es sind haarsträubenden Szenen, die sich der Kantonspolizei St. Gallen am Mittwoch in Gossau boten. Kurz vor 17 Uhr kam es zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein Lieferwagen-Chauffeur stellte sein Fahrzeug auf der Autobahn auf dem Pannenstreifen ab, weil er keinen Treibstoff mehr hatte. Der 34-jährige Chauffeur verliess daraufhin seinen Lieferwagen. In der Zwischenzeit fuhr ein Kleinbus in Richtung Zürich und gelangte aus bislang unbekannten Gründen auf den Pannenstreifen. Dort prallte er in den verlassenen Lieferwagen. Nach dem Aufprall kippte der Kleinwagen zur Seite. Der 26-jähriger Mitfahrer verstarb beim Unfall, der 49-jährige Fahrer wurde leicht verletzt.

Diverse Lenker, die an der Unfallstelle vorbei fuhren, zückten ihre Handys, um alles zu dokumentieren. Dabei behinderten sie massiv den Verkehrsfluss und sorgten beinahe für weitere Unfälle, weil sie so langsam fuhren. Das Video oben zeigt das eindrücklich.

Extrem gefährlich

Die Kantonspolizei St. Gallen hat Kenntnis von den Aufnahmen und hat das Video der Gaffer auch auf ihrer Facebook-Seite gepostet. «Uns sind die Aufnahmen bekannt und wir gehen dem nach», sagt Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, zu 20 Minuten. Einige Gaffer seien bereits vor Ort rausgezogen worden. Sie werden bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht.

Schneider verurteilt das Verhalten der Gaffer aus Schärfste: «Solch ein Verhalten gefährdet massiv die Verkehrssicherheit und wird nicht toleriert.» Es sei traurig, wenn man quasi noch eine Patrouille vor Ort aufstellen müsse, nur um die Gaffer herauszuziehen.

Je grösser der Unfall, desto mehr Gaffer

Schneider war am Mittwoch selbst am Unfallort. Innert zwei Stunden habe er bestimmt 30 Personen gesehen, die ihr Handy im Vorbeifahren zückten. Es sei richtig auffallend gewesen. Gaffer gebe es zwar leider immer, am Mittwoch sei es aber extrem gewesen. «Es scheint, dass je grösser der Unfall ist, desto mehr Gaffer gibt es», so Schneider. Und, dass es sich um einen grösseren Unfall handelte, habe schon die Anzahl der Einsatzfahrzeuge verraten.

Auf Facebook richtet die Polizei zum Video direkt einen Appell an alle Lenker: «Bitte gefährdet nicht für ein Foto/Video die Verkehrssicherheit. Ein tragischer Unfall hat gestern gereicht...bei diesen Szenen hätten es aber noch mehr werden können.»

Leser-Reporter bei 20 Minuten

Leser-Reporter bei 20 Minuten

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