Aktualisiert 07.06.2012 19:40

Verhältnismässigkeit?Videokameras im Kampf gegen Littering

Die Gemeinde Pratteln hat genug von wilden Müllhalden: Mit mobilen Kameras will man nun die Sünder schnappen.

Mit Patrouillen und Kameras, die an verschiedenen Orten zum Einsatz kommen, will Gemeinderat Rolf Wehrli gegen den Müll im öffentlichen Raum vorgehen.

«Diese Sauerei kostet uns mindestens 200 000 Franken im Jahr», so Wehrli gegenüber dem «Prattler Anzeiger». Zusammen mit der Kapo Baselland wird jetzt ein Bussenkatalog durchgesetzt. Dieser basiert auf dem Reglement für Videoüberwachung, das der Gemeinderat noch diese Woche auf die Littering-Hotspots erweitern wird. Ist dies umgesetzt, können identifizierte Sünder mit bis zu 600 Franken zur Kasse gebeten werden.

Für Roland Bono vom Amt für Umwelt und Energie Baselland ist klar: «Was Littering ­betrifft, muss die ganze Bandbreite an Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Videoüberwachung ist nicht die originellste Idee, aber eine Möglichkeit.» Die Datenschutzbeauftragte des Kantons Baselland, Ursula Stucki, zum Thema «Big Brother»: «In der Praxis wird sich die Frage der Verhältnismässigkeit stellen. Nicht immer ist die Videoüberwachung das geeignete Mittel.»

Prävention statt Repression

Auch Reinach hat ein massives Littering-Problem – die Gemeinde packt es jedoch anders an. Der zuständige Gemeinderat Franz Hartmann: «Wir richten unseren Fokus auf die ­Prävention in Form von erzieherischen Massnahmen». So wurde das Filmprojekt «Littering isch Mischt» ins Leben gerufen, an dem Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren teilnehmen können. Ein Infoabend findet am 12. Juni um 19.30 Uhr im Gemeindehaus statt.

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