Viel Arbeit für Aids-Hilfe: Basler lieben mit Risiko
Aktualisiert

Viel Arbeit für Aids-Hilfe: Basler lieben mit Risiko

Die Bereitschaft zum Risiko beim Sex steigt wieder an: Die Aids-Hilfe beider Basel musste im letzten Jahr ein Viertel mehr Beratungen durchführen.

«Die Leute nehmen beim Sex wieder mehr Risiken in Kauf», stellt Martina Saner fest, Leiterin der Aids-Hilfe beider Basel (AHBB). 792 Telefonberatungen führte die AHBB im vergangenen Jahr durch – das sind 27 Prozent mehr als im Jahr 2002. «Viele denken, Aids sei mit den neuen Medikamenten bereits heilbar, und verhalten sich deswegen leichtsinniger als noch vor ein paar Jahren», erklärt Saner. «Dabei ist eine HIV-Infektion auch mit den bestehenden Arzneimitteln eine sehr belastende chronische Krankheit.»

Besonders Fragen zu Risikosituationen und den damit verbundenen Ansteckungsgefahren seien wieder sehr häufig. Gerade unter Alkoholeinfluss würden sich die Leute risikoreicher verhalten, sagt Saner. Ein Dauerbrenner seien Fragen zum oralen Sex. Vor allem Männer lassen sich oft zum Thema Seitensprung und dem «Wie weiter?» beraten. Auch Fragen zum korrekten Gebrauch von Präservativen würden in den Gesprächen immer wieder auftauchen. In der Regel seien die Anrufenden über 25 Jahre alt, weiss Saner, Jugendliche seien selten. 54 Prozent der Anrufe gehen auf das Konto von Männern.

Jan Kirchhofer

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