2:2 gegen Portugal: Nach Desaster-Halbzeit – Nati hat Glück, kassiert sie keine Auftaktpleite

2:2 gegen PortugalNach Desaster-Halbzeit – Nati hat Glück, kassiert sie keine Auftaktpleite

Im ersten Gruppenspiel der Frauen-EM traf die Schweizer Nati auf Portugal. Die Schweizerinnen starteten furios, brachen in der zweiten Hälfte dann aber ein. Am Schluss gab es ein Remis.

von
Nils Hänggi
Florian Gnägi
Portugal
2 : 2
Schweiz

Nach zwei Testspiel-Klatschen gegen Deutschland und EM-Gastgeber England reiste die Schweizer Frauen-Nati nicht gerade mit einer Riesenportion Selbstvertrauen an die lang ersehnte Endrunde im Mutterland des Fussballs. Im ersten Gruppenspiel legt die Mannschaft von Nils Nielsen dann aber los wie die Feuerwehr.

Knappe 80 Sekunden lässt sich Nati gegen Portugal Zeit, dann zappelt der Ball bereits im Netz. Coumba Sow bringt die Schweiz im EM-Auftaktspiel mit einem herrlichen Weitschuss früh in Front und lässt die rund 500 mitgereisten Nati-Fans in Leigh jubeln. Euro-Euphorie pur!

Die Portugiesinnen sind nach dem Sow-Hammer sichtlich geschockt und kassieren kurze Zeit später gleich den nächsten Nackenschlag. Rahel Kiwic spediert den Ball nach Vorarbeit von Ramona Bachmann sehenswert per Kopf zum 2:0 für die Schweiz im Netz unter.

Schiri-Dusel für die Nati nach Aigbogun-Grätsche

In der Folge bleibt die Nati lange Zeit dominant, jedoch ohne weitere Tore zu erzielen. Grosses Glück haben die Schweizerinnen dann in der 29. Minute. Die bereits verwarnte Eseosa Aigbogun säbelt ihre Gegenspielerin Ana Borges mit einer Grätsche um, kommt aber dank grosser Gnade der Schiedsrichterin ohne Gelb-Rote Karte davon.

In der Endphase der ersten Halbzeit werden die Schweizerinnen zunehmend passiver. Portugal übernimmt das Zepter und tut dies auch nach dem Seitenwechsel. Die Ibererinnen drücken auf den Anschlusstreffer und werden in der 59. Minute für ihre Bemühungen belohnt.

Schweizerinnen fallen völlig auseinander

Nach einem Eckball lässt Goalie Gaëlle Thalmann den Ball nach vorne prallen, Diana Gomes staubt ab und erzielt das 1:2 aus portugiesischer Sicht. Weniger später wird es für die Schweiz noch bitterer. Tatiana Pinto flankt von der rechten Seite aus auf Jessica Silva (65. Minute), die dann per Schienbein zum 2:2 ins Tor trifft.

Die Nati verharrt auch nach dem Ausgleichstreffer in Schockstarre und scheint zu keiner Reaktion fähig. Auch von der Bank kommen lange Zeit keine Impulse. Nati-Coach Nielsen wechselt erst in der 74. Minute (Lara Marti für Sandy Mändly) zum ersten Mal.

Wenig später kommt die Schweiz dann tatsächlich zu den ersten Chancen in der zweiten Halbzeit. Erst verpasst Ana-Maria Crnogorcevic es in der 80. Minute, sich in ihrem 136. Länderspiel (neuer Rekord bei den Schweizer Frauen) mit einem Tor zu belohnen. Wenig später trifft Geraldine Reuteler nur die Latte. Damit bleibt es beim 2:2. Eine Punkteteilung, die aufgrund der äusserst schwachen zweiten Schweizer Halbzeit für die Nati schmeichelhaft, nach der frühen 2:0-Führung aber gleichzeitig bitter ist.

Zitate zum Spiel findest du unten im Ticker.

Deine Meinung

Nils Nielsen im Interview

«Ich habe meinen Spielerinnen gesagt, dass ein Punkt besser ist als keiner. Das bedeutet, wir sind noch im Rennen, müssen nun aber weiter Punkte holen und etwas besser spielen. Wir hätten heute drei Tore gebraucht. Ich bin nicht überrascht ob unseres Starts. Nach der Zweitoreführung hatten wir aber Probleme, schnell zu spielen. In der ersten Halbzeit war es noch nicht so gefährlich, in der zweiten schon. Daraufhin habe ich auch versucht, im Mittelfeld Änderungen vorzunehmen, aber zu spät. Wir müssen besser spielen. Die Wechsel waren vielleicht auch zu spät, das muss ich mir aber nochmals anschauen. Ich habe versucht, das Bestmögliche zu tun, es war allerdings schwierig heute. Ich nehme von heute mit, dass wir mehr trainieren müssen, schnell zu spielen und den Ball nicht zu schnell zu verlieren.»

Lia Wälti im Interview

«Ich bin enttäuscht. Wenn man so gut startet, möchte man das auch ins Ziel bringen. Wir haben uns zu tief reindrücken lassen und etwas die Struktur und Ideen verloren. Am Anfang lief es besser als erhofft. Wir wussten um die Schwächen der Portugiesinnen und haben diese auch genutzt, trotzdem hat es nicht gereicht. Wir haben in der zweiten Hälfte die Struktur und Aggressivität je länger desto mehr verloren und sind dadurch auch in Bedrängnis geraten. Portugal hat Aufwind bekommen. Am Ende war es dann doch noch ein offenes Spiel. Meine Vorbereitung war nicht ideal, am Ende des Spiels konnte ich nicht mehr sprinten. Daher ist es sinnvoll, dass ich rausgegangen bin.»

90+6' Die Partie ist aus! Die Schweiz und Portugal trennen sich mit dem Unentschieden. Bitter für die Schweizerinnen, die so stark begonnen hatten. Schade! Der eine Punkt ist kein Weltuntergang, macht die Sache nun aber – da die grossen Gegnerinnen erst noch kommen – deutlich schwerer.

95'

Die Schweiz kommt nochmals zu guter Chance

Bachmann bringt den Ball gefährlich in den portugiesischen Sechzehner. Goalie Perreira hat grosse Mühe und kann den Ball nicht sichern. Doch die Schweizerinnen können nicht profitieren.

92'

Doppelwechsel bei den Schweizerinnen: Reuteler geht, es kommt Humm. Mauron kommt für Wälti.

Wir atmen auf nach dem Pfostenschuss

90'

Fünf Minuten obendrauf

Die Schlussphase ist in vollem Gange. Beide Teams geben mächtig Gas und suchen den Lucky Punch. Doch die Kräfte schwinden. Mehrere Spielerinnen kämpfen mit Krampferscheinungen.

87'

Pfostenschuss für die Portugiesinnen

Das Spiel ist nun auf Messers Schneide für die Schweizerinnen. Telma trifft mit ihrem Gewaltschuss an der Strafraumgrenze den Pfosten. Der Ball bleibt im Spiel, dann kann ihn sich Thalmann krallen. Nur wenige Augenblicke später kommen die Portugiesinnen nochmals. Wieder ist Telma vorne mit dabei und verpasst den Ball knapp.

86'

Bei beiden Teams schwinden die Kräfte

Sowohl die Schweizerinnen als auch die Portugiesinnen legen nochmals alles in die Waagschale und kommen zu Chancen. Doch Thalmann auf der einen und Perreira auf der anderen Seite können bislang entschärfen.

85'

Beide Teams je mit Topchance

Auf der einen Seite rettet Thalmann. Auf der anderen vergibt Sow nach starker Kombination der Nati um wenige Zentimeter den erneuten Schweizer Führungstreffer. Die Schlussphase hat es in sich. Der Schweizer Sieg ist weiter möglich!

83'

Nächste Wechsel bei Portugal. Pinto und Silva gehen. Neu ins Spiel kommen Pinto und Encarnaçao.

Da hat nicht viel gefehlt!

79'

Reuteler trifft die Latte

Nach einer langen Durststrecke und langem Leidensweg mit viel Defensivarbeit kommen nun auch die Schweizerinnen wieder einmal zu einer Offensivaktion. Mit einem temporeichen Vorstoss holen sie einen Eckball heraus. Diesen können die Portugiesinnen nicht klären. Reuteler nimmt den Ball direkt aus der Luft. Da haben nur wenige Zentimeter zum erneuten Führungstreffer gefehlt. Viel Pech für die Schweizerinnen in dieser Situation.

76'

Auch die Portugiesinnen wechseln ein erstes Mal. Borges geht, es kommt Nazareth.

73'

Der erste Wechsel bei den Schweizerinnen steht an. Marti kommt für Maendly.

71'

Noch keine Wechsel

Es sind 70 Minuten gespielt. Bei den Schweizerinnen – auch bei den Portugiesinnen – sind noch die elf Akteurinnen auf dem Platz, die gestartet sind. Eine spezielle Strategie der beiden Coaches.

Auflösungserscheinungen bei der Nati

70'

Nächste Gelbe Karte fällig

Im Anschluss an die Notbremse sieht Calligaris zurecht Gelb.

68'

Nächste gefährliche Szene für Portugal

Die Portugiesinnen stürmen weiter. Die Schweizerinnen haben Glück, dass die Notbremse ausserhalb des Strafraums stattfindet. Der VAR schaut sich die Szene nochmals an. Es bleibt beim Freistoss für Portugal an der schweizerischen Strafraumgrenze. Der Ball kommt gefährlich. Thalmann rettet mit spektakulärer Flugeinlage!

Die Schweizerinnen vergeben die Führung

37 Kommentare