Schönster Job der Welt: Viel Geld und nackte Haut
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Schönster Job der WeltViel Geld und nackte Haut

Für viele Menschen der schönste Job Brasiliens: Künstler Almeida wird allseits beneidet, weil er die nackten Körper von wohlgeformten Models bemalen darf. In der Karnevalszeit hat der Brasilianer besonders viele Aufträge.

Wer hat wohl den schönsten Job beim Karneval von Rio? Der Körperbemaler, würden viele Neider sagen. Der Künstler Betto Almeida wird schon seit Jahren eigens dafür eingespannt, wohlgeformte Frauenkörper mit raffinierten Motiven so zu verzieren, dass die Bemalung schliesslich jegliche Kleidung ersetzt. «Ich bekomme ständig Anfragen, ob ich nicht einen Assistenten brauche», scherzt der 36-Jährige.

Seine Klientinnen sind Models, die sich dann in ihren «Farbkostümen» unter die Menge auf der Haupttribüne des Sambadroms mischen, um prominente Gäste zu unterhalten. Die 28-jährige Michele Peres lässt sich den Kopf eines Jaguars auf ihre Brüste malen. Immer wieder taucht Almeida seinen Pinsel in einen seiner vielen kleinen Farbtöpfe, bis schliesslich der ganze Körper des Models mit authentisch anmutenden Jaguarflecken übersät ist. «Das ist harte Arbeit, sage ich Ihnen. Ich nehme meinen Job sehr ernst», betont Almeida.

Im normalen Leben ist er künstlerischer Leiter für Seifenopern im Fernsehen. Als Körperbemaler kommt er vielleicht 50 Mal im Jahr bei speziellen Veranstaltungen zum Zuge. Doch im Karneval hat er Hochkonjunktur. Eine Agentur, die die Models unter Vertrag hat, bezahlt ihm dann umgerechnet etwa 800 Euro pro Ganzkörperkunstwerk. Dafür braucht er jeweils mindestens zwei Stunden.

Farbe als «schützendes Kleidungsstück»

«Er ist der beste Körperbemaler, dem ich je begegnet bin», lobt das Model Peres den Künstler. «Er sorgt dafür, dass ich überall Aufmerksamkeit errege, und das ist gut für ihn und gut für mich.» Die 28-Jährige erhält für ihren Einsatz auf der Tribüne des Sambadroms umgerechnet etwa 200 Euro pro Abend. Sie gehört zu den Profis unter den Animierdamen und lässt sich deshalb auch in aller Öffentlichkeit bemalen. Dass ein leicht angetrunkener Gentleman sie daraufhin am liebsten entführen möchte, quittiert sie zunächst mit einem leisen Seufzer und dann mit einem strahlenden Lächeln in die Kameras.

Die 22-jährige Schauspielerin Luana Minni hat sich in diesem Jahr das erste Mal von Almeida bemalen lassen und ist immer noch etwas nervös dabei. Der Künstler lanciert auf ihrem Oberkörper den roten Kopf eines Papageis, dessen grüne Flügel ihre Brüste umspannen. Die untere Körperhälfte ziert ein grüner Dschungel. «Die Farbe ist wie ein bedeckendes Kleidungsstück, ich fühle mich darunter richtig geschützt», sagt Minni.

Ausländer von den Bemalten «etwas verwirrt»

Und wie reagieren die Herren auf der Tribüne, wenn sich die Schönen in ihren «Farbkostümen» unter sie mischen und zum Verzehr von teurem Champagner animieren? «Nun ja, manchmal wird man schon ein bisschen begrabscht, aber nicht zu oft», sagt Minni. Meistens seien das Ausländer, die über die Situation beim brasilianischen Karneval wohl «etwas verwirrt» seien. Für Brasilianer dagegen seien diese bemalten Models auf der Tribüne etwas ganz Normales. (dapd)

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