Fischers Basel-Debüt: Viel Luft nach oben für alle – und einer auf Wolke 7
Aktualisiert

Fischers Basel-DebütViel Luft nach oben für alle – und einer auf Wolke 7

Ein Umbruch. Ein verhaltener Start. Ein Sieg. Der FC Basel startet mit einem typischen Eröffnungsspiel in die Saison. «Wir haben noch viel Luft nach oben», sagt Trainer Urs Fischer zu seinem Pflichtspiel-Debüt.

von
Eva Tedesco

Urs Fischer nach dem ersten Sieg in seinem ersten Pflichtspiel als FCB-Trainer. (Video: 20 Minuten)

42 Tage sind es erst vergangen, seit der FC Basel die letzte Saison mit dem verlorenen Cupfinal gegen Sion abgeschlossen hat. Und dennoch hat sich in diesen sechs Wochen seither viel getan: Basel hat mit Urs Fischer einen neuen Trainer, der wiederum einen neuen Staff. Zudem sind sechs neue Spieler zu Rotblau gestossen, während drei 3 Teamstützen (Schär, Frei, Streller) anderer Wege einschlugen. Unter diesen Voraussetzungen, und mit lediglich vier Wochen für die Vorbereitung, startete der Serienmeister am Sonntag gegen Vaduz in die neue Saison und in das Vorhaben Titelverteidigung.

Es war vielleicht auch deshalb ein etwas verhaltener Start des Meisters. Er zeigte eine solide Leistung, der Sieg über aufsässige und gut eingestellte Liechtensteiner war aber etwas mühsam erkämpft. Von den Neuen standen lediglich Innenverteidiger Daniel Hoegh und Michael Lang in der Startelf. Nach rund einer Stunde durfte dann auch Zdravko Kuzmanovic ran. Marc Janko fehlte leicht angeschlagen und für Birkir Bjarnason kam das Spiel noch zu früh. Er stand nicht im Aufgebot.

Ein typisches Eröffnungsspiel

«Das war ein typisches Eröffnungsspiel», sagte Urs Fischer nach seinem ersten Punktespiel im Joggeli. Man weiss noch nicht so genau, wo man steht. Dennoch hat mir gefallen, was die Jungs gezeigt haben. Es ist klar, dass noch nicht alles funktionieren kann. Es gibt noch ein paar Baustellen, die es anzuschauen gilt und dafür zu sorgen, dass die Baustellen so schnell wie möglich befahrbar sind.»

Zu seinem Pflichtspiel-Debüt sagt Fischer: «Ich war vor meinem ersten Meisterschaftsspiel als Spieler, das war 1984, nervöser. Aber klar, ein wenig angespannt zu sein, gehört auch beim Trainer dazu. Nur darf man nicht zu nervös sein, sonst überträgt sich das auf die Mannschaft. Ich denke, dass ich meine Emotionen im Griff hatte.»

Ein mit rund 25 000 Zuschauern gefülltes Stadion wecke immer Emotionen. Fischer: «Für einen Moment habe ich mir gewünscht, wieder selber in die kurzen Hosen steigen zu können. Aus der Sicht eines Trainers bleibt vieles gleich, denn als Trainer willst du in erster Linie erfolgreich sein.»

Eine emotionale Rückkehr nach 3143 Tagen in der Fremde

Eine emotionale Sache war der Saisonauftakt auch für Zdravko Kuzmanovic. Fischer wechselte den Basler Königstransfer in der 63. Minute ein. Der Vize-Captain kam für Captain Matias Delgado und betrat das Spielfeld unter riesigem Applaus. 3143 Tage nach seinem letzten Pflichtspiel im Basler Dress am 10. Dezember 2006 und vor seinem Wechsel zu Fiorentina in die Serie A.

Acht Jahre, sieben Monate und neun Tage später haben ihn die Fans nicht vergessen. «Das war pure Freude! Ich war so glücklich, wieder in diesem Stadion spielen zu dürfen und wenn dann die Fans so hinter einem stehen, dann ist das fantastisch. Ich war so überrascht, dass ich Gänsehaut bekommen habe. Als Spieler bist du da auf Wolke sieben.»

Es bleibt kaum Zeit, die Baustellen abzutragen

Die Premiere ist dem FCB unter Fischer geglückt, auch wenn noch nicht alles nach Wunsch klappte. Fischer hat nun eine Woche Zeit, eine Baustelle nach der anderen abzubauen und dafür zu sorgen, dass diese «befahrbar» werden. Die nächste und wohl etwas grössere Aufgabe steht für Rotblau am Samstag (20 Uhr) an. Der FCB trifft auswärts auf die Grasshoppers. Ein GC notabene, das in der ersten Runde auswärts den FC Thun 5:3 vorführte.

Und in zehn Tagen steht dann die erste wirklich grosse Aufgabe an: Der FCB reist zum ersten Qualifikationsspiel zur Champions League – wahrscheinlich zu Lech Posen nach Polen. Und da geht es dann nicht nur um Punkte, sondern Sterne, Träume und viele Thaler – sprich Millionen.

Fischer verzichtet auf Spionage-Trip Der FCB bekommt es in der 3. CL-Qualirunde wahrscheinlich mit Lech Posen zu tun. Der polnische Meister schuf sich mit einem 2:0-Auswärtssieg in Sarajevo eine gute Ausgangslage. Das Rückspiel findet am Mittwoch, 22. Juli statt. Das würde Urs Fischer die Möglichkeit geben, nach Polen zu reisen, um die Gegner zu beobachten. Aber nichts da. Fischer: «Es ist wichtig, dass ich jetzt bei der Mannschaft bin, statt in einem Flieger zu sitzen. Wir haben genug fähige Leute, die mir berichten können. Und im Zeitalter des Internets ist schnell eine DVD besorgt oder das Spiel auf dem Computer runtergeladen.» (ete)

Fischer verzichtet auf Spionage-Trip Der FCB bekommt es in der 3. CL-Qualirunde wahrscheinlich mit Lech Posen zu tun. Der polnische Meister schuf sich mit einem 2:0-Auswärtssieg in Sarajevo eine gute Ausgangslage. Das Rückspiel findet am Mittwoch, 22. Juli statt. Das würde Urs Fischer die Möglichkeit geben, nach Polen zu reisen, um die Gegner zu beobachten. Aber nichts da. Fischer: «Es ist wichtig, dass ich jetzt bei der Mannschaft bin, statt in einem Flieger zu sitzen. Wir haben genug fähige Leute, die mir berichten können. Und im Zeitalter des Internets ist schnell eine DVD besorgt oder das Spiel auf dem Computer runtergeladen.» (ete)

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