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Viel mehr Schweizer Millionäre als vermutet

In der Schweiz zählen vier Prozent der Steuerpflichtigen zu den Millionären - glaubte man. Eine britische Studie kommt mit realistischeren Berechnungen zum Schluss, dass es hierzulande massiv mehr Millionäre gibt als bislang angenommen.

Im Unterschied zu Schweizer Statistiken zählten die britische Barclays Bank und der Economist Intelligence Unit nicht die Steuerpflichtigen (4,5 Millionen), sondern die Haushalte (3,3 Millionen). Die Briten rechneten auch Pensionskassengelder zum Vermögen dazu, das in der Steuererklärung nicht zugerechnet wird. Und: Häuser und Eigentumswohnungen wurden mit dem Markt- und nicht mit dem Steuerwert eingesetzt.

Erstaunliches Resultat: In der Schweiz besitzen 22 Prozent der Haushalte mehr als eine Million Dollar Nettovermögen. Statistiken, die auf den Steuererklärungen basierten, gäben die Zahl der Millionäre nur verzerrt wieder, schreibt die «NZZ am Sonntag».

«Die Steuerstatistik gibt die Zahl der Vermögensmillionäre nur verzerrt wieder, weil die Vorsorgegelder der zweiten Säule darin fehlen», sagt Robert Leu, Professor für Volkswirtschaft an der Uni Bern. Auch Jean-François Rudaz vom Bundesamt für Sozialversicherungen bestätigt die Vorgehensweise der britischen Studienverfasser: «Der Marktwert [von Immobilien] liegt sehr oft zwei- bis dreimal höher als der Steuerwert.»

Und laut den Verfassern des Berichts wird die Zahl der Millionärshaushalte weiter steigen: Binnen zehn werde deren Zahl in der Schweiz auf 970 000 ansteigen. Das wären dann 28 Prozent der Haushalte, die über mehr als eine Million Dollar verfügen. Noch mehr Millionäre gibt es laut der Studie nur in Asien. In Singapur werden bis 2017 41 Prozent der Haushalte die Millionengrenze geknackt haben.

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