Aktualisiert 08.03.2013 21:43

Schöne AktionenViel Solidarität für Ronny Keller

Die dritte NLB-Playoffpartie Langenthal gegen Olten steht ganz im Zeichen des verunfallten Ronny Keller. Der sportliche Aspekt rückt in den Hintergrund. Vor dem Spiel gab es eine kurze Zeremonie.

von
Herbie Egli

In den Playoff-Halbfinals der NLB erspielten sich Langenthal und Lausanne wieder den Vorteil. Insbesondere das Spiel in Langenthal, welches der SCL gegen Olten nach 2:5-Rückstand in der Verlängerung 6:5 gewann, stand im Zeichen des querschnittgelähmten Ronny Keller.

Nach dem tragischen Vorfall in Spiel 2 am Dienstagabend stand das sportliche in der Schorenhalle nicht im Zentrum. Langenthals Stadtpräsident Thomas Rufener richtete vor der Partie berührende Worte an die Mannschaften und die 4356 Zuschauer (Saisonrekord). Anschliessend gab es schon vor der Partie ein Shakehands der beiden Teams. Viele Spieler umarmten sich dabei unter dem Applaus der Zuschauer. Danach gabs am Mittelkreis ein gemeinsames Foto beider Teams.

Die Fans auf beiden Seiten verleihen mit Choreographien ihren Gefühlen Ausdruck. Auf Oltener Seite ist dies ein grosses Plakat mit der Nummer 23 und dem Spruch «zämä semer starch». Zusätzlich spenden die Langenthaler den Erlös des Bratwurstverkaufs der Pat Schafhauser-Stiftung.

Kellers Shirt auf der Oltner Bank

Dass der EHC Olten den Rest der Saison für Ronny Keller spielen will, dokumentierte er mit Kellers Match-Dress, welches hinter der Spielerbank aufgehängt wurde. Alle Oltner Spieler trugen die 23, Ronny Kellers Triktotnummer, auf dem Helm. Und die Spieler beider Taems demonstrierten Solidarität mit einem Handschlag vor dem Spiel.

Trotz allem konnten die Akteure Ronny Kellers Schicksal nicht aus dem Kopf verdrängen. Im Vergleich zum intensiven Spiel 2 vom Dienstag mahnte das dritte Spiel zumindest in der ersten Hälfte eher an ein Vorbereitungsspiel im Sommer. Es wurde kaum gecheckt; erst in der 25. Minute sprachen die Schiedsrichter die erste kleine Strafe aus.

Einbruch nach 40 Minuten

40 Minuten lang kamen die Oltner mit den ungewöhnlichen Spielvoraussetzungen viel besser zurecht. Die Solothurner überstanden die erste Druckphase Langenthals, gingen mit der ersten Torchance in Führung, dominierten in der Folge den ersten Abschnitt, bauten nach 28 Minuten innerhalb von 89 Sekunden die Führung auf 4:1 aus und führten bis zur 41. Minute mit 5:2. Erst zu Beginn des dritten Abschnitts erwachte auch der SC Langenthal. Innerhalb von 104 Sekunden verkürzten Stefan Tschannen und Brent Kelly auf 4:5 und leiteten die spannende Schlussphase ein. 85 Sekunden vor Schluss gelang Yannick Bodemann der Ausgleich. Und in der Verlängerung fiel die Entscheidung schon nach 109 Sekunden. Jeff Campbell, der zuvor drei Goals vorbereitet hatte, gelang der Gamewinner.

Lausanne fegt Ajoie weg

Im zweiten Halbfinal in der Ajoie verflog die Spannung rasch. Der Qualifikationssieger kam gegen Lausanne durch Raffael Lüthi zwar zur ersten Chance im Spiel, stellte sich danach aber höchst ungeschickt an und lag schon nach 13 Minuten mehr als vorentscheidend 0:4 zurück. Alle Gegentreffer wären aus der Optik des HC Ajoie vermeidbar gewesen. Das 0:1 war ein Eigentor von David Stämpfli, beim 0:2 liess sich das Heimteam auskontern, beim 0:3 griff Goalie Matthias Mischler daneben, und beim 0:4 liess Ajois MVP James Desmarais vor dem eigenen Goal den Puck liegen. Ajoie wechselte nach dem 0:3 den Torhüter aus; Fabio Haller wurde wegen Desmarais' Fehler schon nach 40 Sekunden bezwungen. Am Ende setzte sich Lausanne mit 5:1 durch.

Langenthal - Olten 6:5 (1:2, 1:3, 3:0, 1:0) n.V.

Schoren. 4387 Zuschauer (Saisonrekord). SR Fischer/Peer, Ambrosetti/Brunner.

Tore: 5. Arnold (Cormier, Pargätzi) 0:1. 7. Schefer (Kelly, Campbell) 1:1. 13. Schwarzenbach (Hirt, Sertich) 1:2. 28. Vogt (Annen) 1:3. 29. Cormier (Martin Wüthrich, Arnold) 1:4. 36. Yannick Bodemann 2:4. 37. Cormier (Di Pietro, Marco Truttmann/Ausschluss Stephan Moser) 2:5. 41. (40:15) Tschannen (Kelly, Campbell) 3:5. 42. Kelly (Campbell, Kämpf) 4:5. 59. (58:35) Yannick Bodemann (Kämpf, Carbis) 5:5. 62. (61:49) Campbell (Tschannen, Kelly) 6:5.

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Langenthal, 4mal 2 Minuten gegen Olten. Bemerkungen: Langenthal ohne Jamie Wright, Olten ohne Fretter (beide überzählige Ausländer). Pfostenschuss Kelly (59:31).

Ajoie - Lausanne 1:5 (0:4, 0:0, 1:1)

Ajoie, Pruntrut. 3014 Zuschauer. SR Prugger/Wirth, Huggenberger/Jetzer.

Tore: 3. Genoway 0:1 (Eigentor Stämpfli). 12. (11:09) Berthon (Chavaillaz) 0:2. 13. (12:29) Dostoinow (Genoway) 0:3. 14. (13:09) Genoway (Corso, Kamerzin/Ausschlüsse Stéphane Roy; Jewgeni Schirjajew) 0:4. 41. (40:56) Stéphane Roy 1:4. 42. (41:16) Corso (Dostoinow, Genoway) 1:5.

Strafen: 6mal 2 plus 10 Minuten (Hauert) gegen Ajoie, 7mal 2 plus 10 Minuten (Corso) gegen Lausanne. Bemerkungen: Ajoie ohne Riendeau, Lausanne ohne Ulmer (beide überzählige Ausländer) und Setzinger (verletzt). Torhüterwechsel bei Ajoie Haller für Mischler (13.).

Steinmann fordert im Fall «Ronny Keller» Gutachten an

Einzelrichter Reto Steinmann überlässt im Fall «Ronny Keller» nichts dem Zufall. Er hat bei der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik Zürich ein Gutachten eingefordert, um den Unfallhergang aus biomechanischer Sicht analysieren zu können. Denn es ist ein heikler Entscheid, ob Stefan Schnyder ein Verschulden trifft oder ob es ein tragischer Unfall war. Der Langenthaler Stürmer hatte Keller am Dienstag im zweiten NLB-Playoff-Halbfinalspiel gegen Olten in der Nähe der Bande gecheckt, sodass dieser kopfvoran in die Bande prallte. Dabei zog sich Keller eine schwere Verletzung am vierten Brustwirbel zu, die eine bleibende Querschnittslähmung zur Folge hat.

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