Japan bizarr: Viel Yen für Milanda Kell
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Japan bizarrViel Yen für Milanda Kell

In den USA halten sich Stars als Werbeträger zurück - aus Angst ums Image. In Japan machen sie sich für gutes Geld aber ungeniert zum Affen. Jüngstes Beispiel: Miranda Kerr.

von
cat

Miranda Kerr wirbt im japanischen Fernsehen für Eistee. Quelle: YouTube

Im Namen von Lipton Eistee hüpft Miranda Kerr im kurzen gelben Kleidchen herum, quackt das eine oder andere japanische Wort und singt den Zuschauern etwas von einer «Limone» vor. Nicht gerade eine Edel-Kampagne von Gucci und Co. Aber der Spot ist auch nicht für die Augen westlicher Zuschauer, sondern für die promiverrückten Japaner bestimmt. Damit reiht sich die Australierin nahtlos in die lange Reihe jener Stars ein, die fern von der Heimat kräftig die Werbetrommel rühren.

Dass George Clooney in weiten Teilen der Welt Kaffeekapseln vertickt, können sich die Amerikaner deshalb auch kaum vorstellen. Denn in Amerika macht der Superstar für nichts ausser seine eigenen Filme Werbung. Schliesslich steht ein sorgfältig aufgebautes Image auf dem Spiel. Den Vorwurf, käuflich oder nicht integer zu sein, wollen sich die Grössen des Showgeschäfts ungern gefallen lassen. In anderen Teilen der Welt - vorzugsweise Japan - ist ihnen das aber egal. Dabei ist dies kein neues Konzept. Schon Orson Welles, Audrey Hepburn und Francis Ford Coppola zeigten sich vor Jahrzehnten bereits in Werbespots und Anzeigen für den japanischen Markt und wären eher gestorben, als dasselbe in den USA zu tun.

Auch sehr private Stars wie Leonardo DiCaprio oder Gwyneth Paltrow macht es scheinbar nichts aus, in fernöstlichen Kampagnen aufzutauchen. Dazu stehen wollen viele allerdings nicht. Arnold Schwarzenegger etwa, der schon mehrfach für japanische Produkte geworben hat, bedingt sich vertraglich eine Geheimhaltungs-Klausel aus, die es Werbern verbietet, sein Engagement in den USA öffentlich zu machen. DiCaprio ging sogar so weit, Internetseiten zu verbieten, über seine Deals im Ausland zu berichten. In den letzten Jahren hat sich die Einstellung der Hollywoodstars zur Werbung im Ausland wegen des rasanten Informationsaustausches im Internet und der Erfindung von YouTube aber etwas geändert. Sie stehen den «Sünden» ihrer Vergangenheit offener gegenüber und nehmen, wie man zuletzt bei JLo und Catherine Zeta-Jones beobachten konnte, auch Werbe-Auftritte in den USA an.

Wir haben für Sie die witzigsten, peinlichsten und überraschendsten Werbespots der Stars in Japan zusammengestellt:

Brad Pitt:

Es wäre ihm wohl lieber gewesen, wenn niemand ausserhalb Japans diesen Werbespot gesehen hätte. Der sonst so coole Frauenschwarm gibt den Bürogummi, der offensichtlich Probleme mit dem Drucker hat - sozusagen ein «Fight Club» im Grossraumbüro.

Ben Stiller:

Der Komiker macht sich im Osten für einen Engergy-Drink lächerlich. Ist das sein bislang peinlichster Auftritt? Immerhin kann er es gerade noch unter der Rubrik «Jugendsünden» verbuchen. Der Spot stammt aus dem Jahr 1999.

Leonardo DiCaprio:

Der smarte Schauspieler, der sonst in Grossproduktionen glänzt, macht im japanischen TV einen auf James Bond für Arme. Angepriesen wird hier eine Kreditkarte.

Britney Spears:

Auch die Pop-Prinzessin war sich nicht zu schade für eine knallbunte Kampagne im Land der aufgehenden Sonne - und das 1999, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Sie machte Lust auf Süssigkeiten.

Bruce Willis:

Der Actionstar machte für die Japaner einen auf extrem uncool. In lustiger Pudelmütze mimte er einen der sieben Zwerge - und machte so Werbung für eine Kreditkarte. Das war 1999 und YouTube gabs noch nicht. Ob er den Spot heute nochmal drehen würde, darf bezweifelt werden.

Arnold Schwarzenegger:

Die Kohle nimmt er zwar gern. Der Actionstar und ehemalige Gouverneur von Kalifornien bedingt sich aber eine Geheimhaltungs-Klausel aus, damit seine Nebeneinküfte als Werbestar nicht auf dem Radar der US-Presse auftauchen. Schwarzenegger will in diesem Spot ein Softgetränk an den Mann bringen.

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