Abstimmen à gogo: Viel zu viele Vorlagen
Aktualisiert

Abstimmen à gogoViel zu viele Vorlagen

Am nächsten Sonntag kommen allein in der Stadt Zürich 17 Vorlagen zur Abstimmungen. Andernorts sieht es nicht besser aus. Das ist zu viel, sagen die Leser von 20 Minuten Online. Denn viele wissen heute, nur wenige Tage vor der Abstimmung, noch gar nicht, worüber sie an der Urne zu befinden haben, wie eine Umfrage zeigt.

von
Olaf Kunz

Stolze 238 Gramm wiegt der Umschlag mit den Abstimmungsunterlagen in der Stadt Zürich. Kein Wunder, immerhin sind darin nicht weniger als 17 Vorlagen enthalten, die am kommenden Sonntag zur Abstimmung kommen. Nicht besser sieht es in anderen Kantonen aus. Den Überblick zu behalten ist angesichts einer solchen Fülle an direktdemokratischen Fragen nicht leicht. So geben 31 Prozent der User zu, dass sie nicht wissen, über wie viele eidgenössische Vorlagen abgestimmt wird. Und geht es um die kantonalen Geschäfte, weiss sogar fast die Hälfte gar nicht oder höchstens zum Teil, worüber sie konkret zu befinden haben. Das ist das Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage auf 20 Minuten Online.

Zu viel des Guten

Am direktdemokratischen Prinzip, also dass das Volk Initiativen ergreifen kann, will dennoch nur jeder Zehnte rütteln. Trotzdem findet fast ein Viertel der Befragten, eine Maximalzahl der Initiativen pro Abstimmungssonntag sei nötig. Das würde auch das Abstimmungsprozedere erleichtern: Denn rund 27 Prozent fühlen sich regelmässig überfordert mit den vielen Abstimmungsunterlagen und verzetteln sich mitunter.

Abstimmungsmüde und unentschlossen

Dass viele Stimmberechtigte nicht zur Urne gehen, hängt auch mit einer gewissen Abstimmungsmüdigkeit zusammen, wie die Umfrage unter 2419 Usern zeigt. Rund 23 Prozent sagen, dass sie unter diesem Phänomen leiden. Politikverdrossen geben sich 15 Prozent. Die grösste Gruppe derjenigen, die die Abstimmungsunterlagen direkt im Altpapier entsorgen, schiebt allerdings das Pseudo-Argument «Ich habe keine Zeit» vor.

Politisch gut informiert

Die Unentschlossenheit liegt indes scheinbar nicht im Mangel an Informationen begründet. Fast drei Viertel der Umfrageteilnehmer haben sich entweder intensiv oder zumindest im Grossen und Ganzen mit den Vorlagen auseinandergesetzt. Lediglich 4 Prozent geben an, keine Zeit oder Lust zu haben, sich mit den Sachverhalten auseinanderzusetzen.

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