US-Steuerdeal: «Viele Bankangestellte sind verunsichert»
Aktualisiert

US-Steuerdeal«Viele Bankangestellte sind verunsichert»

Die Lösung des Steuerstreits mit den USA sieht die Lieferung von Mitarbeiterdaten vor. Balz Stückelberger, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands der Banken, kann die Verunsicherung der Bankangestellten verstehen.

von
S. Marty
Im Visier der US-Steuerbehörden: Bankangestellte sind verunsichert.

Im Visier der US-Steuerbehörden: Bankangestellte sind verunsichert.

20 Minuten: Herr Stückelberger, der Bundesrat schafft die gesetzlichen Grundlagen, dass Banken Mitarbeiterdaten an die USA liefern können. Wie gross ist die Verunsicherung unter den Angestellten?

Balz Stückelberger: Zuerst muss ich sagen, dass es nicht explizit um die Lieferung von Mitarbeiternamen geht, sondern um die Lieferung von Daten, auf denen halt einfach auch Mitarbeiternamen zu finden sind. In diesem Zusammenhang ist es natürlich klar, dass viele Bankangestellte nun auch verunsichert sind.

Müssen nun zahlreiche Mitarbeiter mit Klagen rechnen, wenn ihr Name auf einem Dokument auftaucht?

Mitarbeiter, die nicht gegen das Gesetz oder gegen Weisungen verstossen haben und die nicht in der Kundenberatung tätig waren, müssen auch nichts befürchten. Wie gesagt, die Amerikaner wollen nicht direkt auf Namen losgehen, sondern sie wollen sehen, wie die Banken gearbeitet haben.

Trotzdem stehen hinter den Deals Personen, die zur Rechenschaft gezogen werden sollten...

Natürlich werden durch die Datenlieferungen auch einzelne Personen in den Fokus geraten. Mitarbeiter, die grobfahrlässig gehandelt haben, dürfen dann selbstverständlich auch nicht durch das Gesetz geschützt werden.

Der Arbeitgeberverband der Banken AGV hat einen Härtfallfonds in der Höhe von 2,5 Millionen Franken eingerichtet. Damit wollen Sie doch genau solchen fehlbaren Mitarbeitern noch finanziell unter die Arme greifen.

Nein. Wenn jemand angeklagt wird, ist prinzipiell die Bank für den Schutz respektive für die Anwalts- und Verfahrenskosten zuständig. Der Fonds ist nur für Härtefälle gedacht. Damit wollen wir sicher stellen, dass niemand durch den Raster fällt.

Können Sie ein Beispiel machen?

Solche Fälle müssen erst definiert werden. Wir haben aber etwa von einem Mitarbeiter gehört, der als Risikoperson eingeschätzt wurde und deshalb nicht mehr in die USA einreisen darf. Diese Person könnte insofern vom Fonds profitieren, als dass seine kranke Grossmutter, die er nun nicht mehr in New York besuchen kann, mit dem Geld in die Schweiz eingeflogen werden könnte.

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