Nach 2G-Regel – «Viele Gastrobetriebe sind nun erst recht in ihrer Existenz bedroht»
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Nach 2G-Regel«Viele Gastrobetriebe sind nun erst recht in ihrer Existenz bedroht»

Ab Montag dürfen Restaurants nur noch Geimpfte und Genesene bewirten. Der Branchenverband Gastro Suisse übt heftige Kritik – und warnt vor Konkursen.

von
Daniel Krähenbühl
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Restaurants dürfen nur noch Geimpften und Genesenen Einlass gewähren. 

Restaurants dürfen nur noch Geimpften und Genesenen Einlass gewähren.

20min/Marvin Ancian
Das hat der Bundesrat am Freitag beschlossen. 

Das hat der Bundesrat am Freitag beschlossen.

20min/Simon Glauser
«Wir bedauern, dass einmal mehr primär das Gastgewerbe mit Sanktionen belegt wird und Bund und Kantone bei anderen Lebensbereichen die Augen verschliessen», sagt Casimir Platzer, Präsident von Gastro Suisse.

«Wir bedauern, dass einmal mehr primär das Gastgewerbe mit Sanktionen belegt wird und Bund und Kantone bei anderen Lebensbereichen die Augen verschliessen», sagt Casimir Platzer, Präsident von Gastro Suisse.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

Ab Montag stehen Restaurants, Kultur-, Sport- und Freizeitbetriebe sowie Veranstaltungen nur noch Geimpften und Genesenen offen. Zusätzlich gilt in den Innenräumen weiterhin eine Maskenpflicht und eine Sitzpflicht bei der Konsumation. Wollen die Betriebe und Veranstaltungen auf die Masken- und Sitzpflicht verzichten, können sie die 2G+ Regel anwenden. Die deutlich verschärften Massnahmen bringen laut dem Branchenverband Gastro Suisse viele Gastronomiebetriebe in Bedrängnis. «Viele Betriebe sind nun erst recht in ihrer Existenz bedroht».

Der Verband zeigt sich zwar erfreut, dass der Bundesrat von Teilschliessungen abgesehen hat. «Wir bedauern
aber, dass einmal mehr primär das Gastgewerbe mit Sanktionen belegt wird und Bund und Kantone bei anderen Lebensbereichen die Augen verschliessen», sagt Casimir Platzer, Präsident von Gastro Suisse. Bereits die Ankündigung von 2G habe in den letzten Tagen zu «massiven Stornierungen» und einem weiteren, erheblichen Gästerückgang in weiten Teilen der Branche geführt. Das für die Branche wichtige Weihnachtsgeschäft entfalle nach 2020 ein weiteres Mal.

«Jüngere Bevölkerung vom öffentlichen Leben ausgeschlossen»

«Die Pandemie kann nicht einzig auf dem Buckel des Gastgewerbes besiegt werden. Das hat uns die Vergangenheit gelehrt», so Platzer. Deshalb sei die Branche darauf angewiesen, dass Wirtschaftshilfen weitergeführt und Umsatzausfälle entschädigt würden.

Dass ab Montag in Clubs und Bars 2G+ gilt, Geimpfte und Genesene also auch zusätzlich einen Test machen müssen, sei «unverhältnismässig», kritisiert Gastro Suisse. Mit den neuen Verschärfungen werde ein grosser Teil der jüngeren Bevölkerung vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. «Ein rentables Wirtschaften wird so kaum mehr möglich sein», sagt Platzer. Deshalb müsse 2G im Gastgewerbe sowie 2G+ in Club und Diskotheken wieder aufgehoben werden, sobald dies die Auslastung der IPS-Betten wieder erlaube.

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